SERIE BERLINER Chronik : 4. Juni 1990

Karl-Marx-Stadt heißt wieder Chemnitz Ein Jahr lang sind beide Namen erlaubt

JAHRE

EINHEIT

Beim Ost-Berliner Baustadtrat Eckehard Kraft wird eine „Koordinierungsstelle Mauer-Abriss“ eingerichtet, die mit dem DDR-Verteidigungsministerium zusammenarbeiten soll. Oberbürgermeister Tino Schwierzina ruft die Baubetriebe in ganz Berlin auf, „ihre Kapazitäten bereitzustellen, damit die Mauer am 2. Juli tatsächlich verschwunden ist“. Der Regierende Bürgermeister Momper kritisiert, dass die DDR die Kontrollen an der Grenze erst zum 1. Juli aufhebt. Damit verzögere sich die Öffnung der Grenzbahnhöfe der U- und S-Bahn. Es sei „absurd, an der Fiktion einer kontrollierbaren Grenze“ festzuhalten.

Karl-Marx-Stadt heißt wieder Chemnitz, so beschlossen in der ersten Sitzung der dortigen Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl. Für eine Übergangszeit von einem Jahr können beide Namen benutzt werden. Beim Referendum im April hatten 146 000 Bürger für Chemnitz votiert, 45 000 für Karl-Marx-Stadt, wie die Stadt seit 1953 hieß. Gru

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