SERIE BERLINER Chronik : 7. Juli 1990

Der erste Einkaufssamstag mit D-Mark, Deutschland wird Fußball-Weltmeister

JAHRE

EINHEIT

Viele Ost-Berliner nutzen den ersten langen Sonnabend seit der Währungsunion zum Einkaufen in West-Berlin. Autos stehen im Stau, Verkehrsmittel sind überfüllt, die Straßen „brechend voll“, Kaufhäuser in der City und Läden besonders an der Sektorengrenze stark besucht, wie der Tagesspiegel anderntags bilanziert. In Lebensmitteldiscountern, die es im Osten noch nicht gibt, ist der Andrang groß, bereits mittags sind die Brotregale teilweise wie leergefegt. Kunden erzählen, im Osten sei die Westware teurer. Erhöhter Absatz wird auch bei Unterhaltungselektronik registriert.

Am Abend ist die deutsche Nationalmannschaft Fußball-Weltmeister. Nach dem 1:0-Sieg beim Endspiel über Argentinien in Rom feiert Deutschland im Freudentaumel die ganze Nacht. In etlichen Städten kommt es zu Krawallen, vor allem von Rechtsradikalen. In Berlin werden am Alexanderplatz Schaufenster eingeschlagen, Auslagen geplündert. Der Ku’damm ist bis vier Uhr früh für Autos gesperrt. Gru

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