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Serie: Bezirke vor der Wahl : Kenia-Bündnis gegen die Linke in Lichtenberg

Die Linke ist die stärkste Partei in Lichtenberg. Regieren darf sie trotzdem nicht.

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Die Linke will den Bürgermeistersessel in Lichtenberg - zurzeit gibt es eine Kenia-Koalition gegen links.
Die Linke will den Bürgermeistersessel in Lichtenberg - zurzeit gibt es eine Kenia-Koalition gegen links.Foto: dpa

Im stärksten Bezirk der Linkspartei hat die SPD das Kommando – dank der CDU. Birgit Monteiro ist seit Januar 2015 Bürgermeisterin. Sie trat die Nachfolge Andreas Geisels an, der Stadtentwicklungssenator wurde. Die gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosserin, die nach der Wende Geschichte, Germanistik und „Deutsch als Fremdsprache“ studierte, trat 1987 als 18-Jährige in die SED ein, verließ 1991 deren Nachfolgerin PDS und wurde vier Jahre später SPD-Mitglied. 2006 erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt, gewann sie 2011 ihren Wahlkreis Alt-Lichtenberg.

Die Linke will den Bürgermeistersessel

Lichtenberg ist dominiert von einem parteipolitischen Machtkampf. Obwohl die Linken trotz starker Verluste 2011 mit 34,2 Prozent der BVV-Stimmen stärkste Partei blieben, gelang es einer Zählgemeinschaft von SPD, CDU und Grünen, Bürgermeisterin Christina Emmrich zu entthronen. An dem rot-schwarz-grünen Bündnis scheiterte auch Linken-Stadtrat Andreas Prüfer bei der Bürgermeisterwahl. Er stand daraufhin auch nicht mehr als Spitzenkandidat zur Verfügung.

So haben sich die Linken in Lichtenberg neu sortiert und starten ein Frauen-Duell. Sie schicken die in der Türkei geborene Kreisvorsitzende Evrim Sommer ins Rennen, die bereits 1997 als PDS-Mitglied erstmals ins Abgeordnetenhaus einzog. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Bürgermeistersessel für die Linke zurückzuerobern.

Ob das Wahlergebnis erneut eine Dreier-Zählgemeinschaft von SPD, CDU und Grünen begünstigt, bleibt abzuwarten. Die Grünen wollen erst nach dem 18. September ihre Mitglieder über mögliche Koalitionen entscheiden lassen. Sommer indessen kandidiert parallel auch wieder in ihrem Abgeordnetenhaus-Wahlkreis, in dem sie 2011 das Direktmandat gewann.

Gelingt der NPD der Wiedereinzug?

Lichtenberg ist einer von drei Bezirken, in denen die NPD mit zwei Verordneten präsent ist. Interessant wird, ob ihr angesichts der AfD der Wiedereinzug gelingt. Die Piraten liegen derzeit mit fünf Mandaten gleichauf mit den Grünen. Die FDP bemüht sich um eine Rückkehr.

Von den sechs Abgeordnetenhaus-Wahlkreisen gingen 2011 vier an die Linken und zwei an die SPD. Spannend wird es im Wahlkreis 6 (Karlshorst, Rummelsburg), wo Ex-Senator Harald Wolf (Linke) als Sieger von 2011 erstmals gegen Neu-Senator Andreas Geisel (SPD) antritt. Beide sind auch auch durch den Spitzenplatz auf der Landes- bzw. Bezirksliste abgesichert.

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