SERIE : Bock auf Sommerfrische Tagesspiegel- Kochakademie

Verschnörkelte Kunstküche ist nicht sein Thema. Sternekoch Stefan Hartmann liebt es kräftig mediterran. Etwas von seiner Kochkunst verrät er Workshop-Teilnehmern im brandneuen Kreuzberger Restaurant

Eine Serie von Susanne Leimstoll[Bernd Matthies],Kai-Uwe Heinrich
Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Stimmt in jedem Fall für das Reh, das der Kreuzberger Sternekoch Stefan Hartmann in seinen Workshops mit den Teilnehmern zubereitet: einfach nachzumachen und doch so delikat. Foto / Montage: Kai-Uwe Heinrich
Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Stimmt in jedem Fall für das Reh, das der Kreuzberger Sternekoch Stefan Hartmann in seinen...

Gut, dass es den „Neubau“ gibt. Ohne sein neues Restaurant in der Bergmannstraße hätte Stefan Hartmann wohl kaum mehr als einen Leser zum Kochworkshop einladen können – die Küche in seinem angestammten „Hartmanns“ ist viel zu klein. Dennoch zeigt der erst vor gut einem halben Jahr mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch dabei natürlich keine Bistro-Version seiner Gerichte, sondern geht aufs Ganze, so, wie es im Restaurant läuft, das seinen Namen trägt. Dort steht er auch jeden Abend am Herd, während der „Neubau“ eigentlich Sache von Tilo Sachadä ist, der aus dem „Grill Royal“ zu ihm gestoßen ist.

Obwohl das „Hartmanns“ das vermutlich preisgünstigste Berliner Sterne-Restaurant ist, wollte der Chef mit dem „Neubau“ eine Lücke schließen: „Einen Laden, in dem man für 50 Euro richtig Spaß haben kann.“ Eine Portion Mut ist für so etwas notwendig, aber den hat Hartmann ja schon mit seinem ersten Restaurant bewiesen, das er zu einer Zeit gründete, als sich sonst niemand in der Branche selbstständig zu machen traute.

Angefangen hat der heute 34-jährige gebürtige Uelzener beim Puristen Josef Viehhauser in Hamburg, arbeitete dann eine Weile bei Joachim Splichal in Kalifornien und eröffnete in dessen Auftrag das „Hollywood Bowl“; 2000 kam er als Sous-Chef von Kolja Kleeberg ins „Vau“ nach Berlin, wechselte zwei Jahre später als Küchenchef ins Kreuzberger „Jolesch“, wo er dem rituellen Wiener Schnitzel rasch bedeutend interessantere Gerichte an die Seite stellte. Im eigenen „Hartmanns“ begann er 2008 mit moderner deutscher Bürgerküche, wandte sich aber rasch der eher mediterranen Richtung zu. Viel Geschmortes, kräftiger Geschmack, „gehobene zeitgemäße Speisen“, wie der Michelin formuliert – verschnörkelte Kunstküche ist nicht sein Thema. Die Workshop-Teilnehmer können sich also auf allerhand Nachkochbares freuen. Hartmanns, Fichtestr. 31, Kreuzberg, nur Abendessen, Tel. 61 20 10 03. Nur Abendessen, Sonntag geschlossen.

„Neubau“, Bergmannstr. 5, Kreuzberg, Tel. 62 73 51 20, täglich ab 12 Uhr geöffnet

HEUTE MIT

Stefan Hartmann

Hartmanns Restaurant

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