Serie "Reine Formsache" : Der Kopf bestimmt den Appetit

Lust, Frust und mehr: Die vier Esssucht-Typen.

Susanne Leimstoll

Der amerikanische Neurowissenschaftler Daniel Amen versuchte in einer Studie mit 66 000 Gehirnscans nachzuweisen, dass Esssüchtige in vier Gruppen eingeteilt werden können. Ergebnis: Bei jedem Typus werden, mit dem Thema Essen konfrontiert, andere Gehirnregionen aktiviert. Demnach helfen nur auf den Typ abgestimmte Ernährungspläne, optimal abzunehmen und durchzuhalten. Ein Bogen mit 40 Fragen, mit dem auch das Richtig-Essen-Institut arbeitet, kann helfen, den eigenen Esstyp zu bestimmen.

TYP 1: DER BEHERRSCHTE ESSER

Er denkt, er hat sich gut im Griff, denn er fasst einen Plan, und den will er durchziehen. In Wirklichkeit ist er impulsiv und fällt Bauchentscheidungen. Ein Plan ist schnell verworfen. Ohne Alkohol und Koffein lebt es sich für ihn schlecht. Wenn der beherrschte Esser anders leben soll, braucht er Vorgaben, am besten auch ständige Kontrolle und beim Sport eine Begleitung. Beste Ernährung: viel Eiweiß, wenig Kohlenhydrate.

TYP 2: DER ZWANGHAFTE ESSER

Er neigt dazu, sich Sorgen zu machen. Wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht, regt er sich auf. Typ 2 denkt oft ans Essen. Er würde auch nachts aufstehen, um zu bekommen, worauf er gerade Appetit hat. Abends braucht er irgendein Genussmittel, um „runterzukommen“. Sein Serotoninspiegel ist niedrig. Erfolge beim Abnehmen hat er am ehesten, wenn er einen festen Ernährungsplan mit klaren Regeln abarbeiten kann. Er benötigt ausreichend Schlaf und Bewegung. Beste Ernährung: Kohlenhydrate in Maßen müssen sein, „Low Carb“ wäre das Falsche.

TYP 3: DER EMOTIONALE ESSER

Es mangelt ihm an Motivation, er leidet unter eher geringem Selbstvertrauen. Manchmal fühlt er sich hilflos und schuldig, oft unzufrieden und traurig. Im Winter geht es ihm schlechter als im Sommer. Mit Essen kompensiert er negative Gefühle oder Langeweile. Seine Sucht sagt ihm: „Essen gibt ein gutes Gefühl. So wird alles besser.“ Der emotionale Esser braucht soziale Bindungen. Wichtig für ihn ist genug Bewegung, weil sie negative Gefühle kompensiert – am besten in der Gruppe oder mit Trainer. Vitamin D und Omega 3-Fettsäuren sollten als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Beste Ernährung: drei Hauptmahlzeiten, ausreichend Eiweiß, wenig Kohlenhydrate, kein Zucker.

TYP 4: DER ÄNGSTLICHE ESSER

Seine Ängste drücken sich in körperlichen Beschwerden aus: Verspannungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen. Sein Körper zeigt Stresssymptome. Typ 4 ist eher schüchtern, zurückhaltend, introvertiert; Auseinandersetzungen hasst er. Er neigt dazu, vor allem Süßes zu essen, denn das beruhigt. Sein Serotoninspiegel ist häufig zu niedrig.

Beste Ernährung: kohlenhydratreich

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