Berlin : Serie von Denkmal-Schmierereien fortgesetzt

Staatsschutz vermutet Täter in rechter Szene, hat aber noch keine Spur

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Erneut ist eine Gedenktafel von unbekannten Tätern mit einem Davidstern besprüht worden. Die Tafel für den Schriftsteller Alfred Döblin befindet sich am Eingang eines Wohnhauses am Kaiserdamm in Charlottenburg. Seit Mittwoch soll sie bereits beschmiert sein, hieß es bei der Polizei. Der Hausmeister meldete die Tat am Donnerstagabend bei der Polizei. Auch hier ermittelt nun der Staatsschutz.

Wie berichtet, waren seit Ende vergangener Woche verschiedene Gräber, Gedenktafeln und Denkmäler mit ebensolchen Davidsternen beschmiert worden. Darunter befanden sich eine Statue von Bertolt Brecht, die Ruhestätten der Dichter Heinrich Mann und Johannes R. Becher sowie ein Schaufenster des AnneFrankZentrums und Objekte der AlbertEinstein-Ausstellung. „Wir zählen mittlerweile Schmierereien dieser Art an zwölf Orten in der Stadt“, sagte Christian Steiof, Dezernatsleiter beim Staatsschutz. Eine Spur zu den Tätern habe man noch nicht. Es werde aber vermutet, dass die Täter zur rechten Szene gehören und „sich politisch ganz gezielt etwas dabei gedacht haben“. Dafür spreche, dass es nicht nur um Denkmäler von Juden gehe, sondern auch um „Leute wie Brecht, die Widerstand im Dritten Reich geleistet haben“. Möglicherweise wolle die rechte Szene, die unter einem hohen Verfolgungsdruck durch die Polizei stehe, „mit diesen Aktionen auf sich aufmerksam machen“. tabu

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