SERIE WENDEKalender : 1. September 1989

Polen erhält alte Grundstücke zurück; ein West-Berliner Autor zieht gen Osten

JAHRE

MAUERFALL

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Das Deutsche Historische Museum in West-Berlin hat zwar noch kein eigenes Haus, macht aber schon seine erste Ausstellung – zum 50. Jahrestag des Kriegsbeginns. Im Keller eines Charlottenburger Gewerbehofs werden vor allem Propagandaplakate, Fotos, Briefe und Tagebuchaufzeichnungen gezeigt. Museumsdirektor Christoph Stölzl möchte „Gefühlstüren“ zu diesem Schicksalstag der Deutschen öffnen.

Die Bundesregierung hat Polen die 1941 beschlagnahmten Gesandtschaftsgrundstücke an der Kurfürstenstraße in Schöneberg zurückgegeben. Damit rückte die Regierung von einem Junktim ab. Bislang war die Rückgabe mit der Forderung verbunden, ein Zloty-Guthaben der deutschen Botschaft in Warschau in westliche Währung umtauschen zu dürfen.

Der West-Berliner Ronald Schernikau zieht nach Ost-Berlin, in eine „lichtdurchflutete Zweiraumwohnung“ nach Hellersdorf. Eigentlich habe er sich immer als „Ostler“ gefühlt, erklärt der 29-jährige Schriftsteller, der mit fünf Jahren in den Westen kam. Er seit mit DDR-Kinderbüchern und -fernsehen aufgewachsen, habe auch im Westen die Schlager von „drüben“ gehört und die Neuerscheinungen gelesen. Seine Freunde in Ost-Berlin hielten ihn für verrückt, aber: er sei „ein Mensch, der gut in die DDR“ passt. loy

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