SERIE WENDEKalender : 10. Oktober 1989

Erich Honeckers Stuhl wackelt, West-Schausteller setzen auf den Osten

In Ost-Berlin tagt das Politbüro ununterbrochen in erweiterter Runde. Im sonst so einträchtigen Gremium kriselt es. Erich Honecker soll wegen der kritischen Situation einen Lagebericht abgeben. Es mehren sich die Anzeichen für seine Ablösung. Er lebe an den Realitäten vorbei, heißt es in Kreisen seiner Kritiker. Die SED müsse in die Offensive gehen, selber Reformen vorschlagen.

Auf dem Oktoberfest in WestBerlin treten erstmals acht Artisten aus der DDR auf. Das wertet der Schaustellerverband als „Erfolg der nie abgerissenen Gespräche mit der anderen Seite“. Die Fahrgeschäft- und Budeninhaber hoffen, einen Deal mit der DDR abschließen zu können. Während der Wintermonate müssen die Geräte untergestellt werden, das koste viel Geld. Die Idee: Gastspiele in Ost-Berlin, die sich wegen der Ostmark normalerweise nicht rechnen, gegen eine mietfreie Halle zum Überwintern. loy

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