SERIE WENDEKalender : 12. Dezember 1989

Immobilien gesucht in Ost-Berlin – und erste Bilanz beim Begrüßungsgeld

JAHRE

MAUERFALL

Leser, Prominente und Tagesspiegel- Autoren haben uns persönliche

Mauerfall-Geschichten erzählt:

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Die ersten Grundstücksspekulanten machen sich auf den Weg in den Osten. In den Zeitungen tauchen entsprechende Anzeigen auf. „Westberliner Geschäftsmann sucht Haus in Ost-Berlin (Müggelsee) oder Ostseeküste.“ Oder: „Immobilienfirma sucht für Ankauf und Vermittlung Grundstücke in Ost-Berlin und der DDR“. Bisher gibt es für Grundstücksverkäufe allerdings keine rechtliche Grundlage, schreibt der Tagesspiegel. Beim Senat hätten sich bereits drei Erbengemeinschaften aus den USA gemeldet, die Ansprüche auf das Lenné-Dreieck in Tiergarten erheben würden. Die Fläche an der Mauer war über einen Gebietsaustausch in West-Verwaltung übergegangen.

Erstmals wird eine Begrüßungsgeld-Bilanz gezogen. Danach wurden seit dem 9. November in West-Berlin mehr als eine halbe Milliarde Mark an DDR-Bürger ausbezahlt. Rechnerisch hatten sich also fünf Millionen DDR-Bürger in die Schlangen vor Sparkassen, Banken und Sozialämter gestellt. Die Missbrauchsfälle hätten nicht überhand genommen, erklärt ein Sprecher der Sozialverwaltung. Allerdings seien rund 30 000 Mark von „reumütigen DDR-Bürgern“, die mehrfach kassiert hatten, zurückgezahlt worden. Zum Jahresende erlischt der Anspruch auf Begrüßungsgeld. loy

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