SERIE WENDEKalender : 12. Februar 1989

Kati Witt bleibt der DDR treu, und Kardinal Meisner verlässt Berlin

20 JAHRE MAUERFALL

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www.tagesspiegel.de/meinjahr89

Der Tagesspiegel bedauert, dass die Revue „Holiday on Ice“ ohne „Katarina die Große“ in der Deutschlandhalle gastiert. Kufenkönigin Kati Witt darf derweil in München auftreten, wird aber mit den Worten zitiert: „Ich würde gern einmal in Berlin (West) laufen.“ Könnte sein, dass die Stasi etwas dagegen einzuwenden hat, denn die Eisprinzessin mit Heimatort Staaken (Ost) bei Berlin wird akribisch überwacht. Seit 1988 darf sie in der US-Show den Glamour des Sozialismus verbreiten und Devisen scheffeln, pro Auftritt 6000 Mark. Nach jeder Tournee kehrt sie lächelnd in die DDR zurück. Die Kati-Akte in der Birthler-Behörde umfasst 1354 Blätter, aber niemand außer ihr darf darin lesen.

Joachim Kardinal Meisner wird Erzbischof in Köln. Der Ex-Berliner, Ex-Schlesier und gelernte DDR-Bürger fühlt sich im sinnenfreudigen Rheinland fremd, aber Papst und Domkapitel haben sich nun mal für ihn entschieden. Neun Jahre lang war Meisner Bischof von (Ganz-)Berlin, zur Diözese gehören auch Teile von Brandenburg und Vorpommern, damit ist die Teilung der Stadt und des Landes in seiner Person aufgehoben. Zur späteren Wiedervereinigung verhielt sich Meisner aber stets distanziert, was den „Kanzler der Einheit“, Helmut Kohl, erheblich in Rage brachte. loy

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