SERIE WENDEKalender : 13. Mai 1989

Die DDR-Akrobaten „Geschwister Weisheit“ treten in Mariendorf auf

JAHRE

MAUERFALL

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www.tagesspiegel.de/meinjahr89

Auf dem stillgelegten Bahnhof Westend beginnt ein Eisenbahn-Happening, gestaltet von Studenten der Hochschule der Künste. Es gibt endlich wieder Fahrkarten zu kaufen, ein Knipser stempelt sie ab, Koffer stehen bereit, damit sich Besucher als Reisende fühlen können. Aus Lautsprechern tönen bahnhofstypische Geräusche und Durchsagen. An den Wänden fährt ein projizierter Reisezug entlang. Es gibt Skulpturen, die an Signale erinnern und eine Modenschau für futuristische Reisekleidung. Der „Wahnhof Bestend“ ist täglich von 20 bis 22 Uhr geöffnet, anschließend ist Party auf dem Bahnsteig.

Im Volkspark Mariendorf sollen in den nächsten Tagen die DDR-Hochseilakrobaten „Geschwister Weisheit“ aus Gotha auftreten, doch ein Anschlag macht große Teile der Show zu Makulatur. Der 50 Meter hohe Mast, der mit Seilen verankert war, liegt nun unbrauchbar am Boden. Der Chef der Truppe, Rudi Weisheit, beziffert den Schaden auf 50 000 Mark. Versichert sei man nur innerhalb der DDR. Die international gefragten „Geschwister Weisheit“ beherrschen laut Tagesspiegel „als einzige Truppe der Welt die Nummer mit drei Motorrädern auf den Schrägseilen“. Jetzt könnten die Zirkusleute nur „kleinere Trapez-Akrobatik mit Fahrrädern“ zeigen. loy

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