SERIE WENDEKalender : 16. November 1989

DDR-Grenzer helfen West-Polizei, und Marlene Dietrich beschwert sich

JAHRE

MAUERFALL

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DDR-Grenzsoldaten haben West-Berliner Polizeibeamte vor gewalttätigen Wagenburgbewohnern am Mariannenplatz beschützt. Sie nahmen rund 20 Steinewerfer fest, die über die Mauer geklettert waren, um von dort aus die West-Beamten zu attackieren. Die Wagenburgler hatten einen Hochsitz an die Westseite der Mauer geschleppt, also auf das Territorium der DDR.

Ein US-Amerikaner hat beim Roten Kreuz in West-Berlin angerufen, um Obst zu spenden. Er habe gehört, dass wegen der Kauflust der Ost-Berliner Bananen und Apfelsinen ausgegangen seien. Nun möchte er helfen und einige Waggons mit Obst auf den Weg bringen. Das DRK weist das Ansinnen zurück. Es gebe keine Engpässe. Ganz anders bei der Post: Der Telefonverkehr zwischen Ost und West ist zusammengebrochen, weil die wenigen Leitungen den riesigen Bedarf nicht decken können.

Die Ost-Berliner Akademie der Wissenschaften rehabilitiert ihre einst ausgestoßenen Mitglieder Ernst Bloch und Robert Havemann. Marlene Dietrich hingegen meldet sich aus Paris und beschwert sich, dass zur Untermalung der Maueröffnungsszenen immer wieder ihr Lied „Lili Marleen“ gespielt werde. Das sei doch ein Soldatenlied und völlig ungeeignet, erzählt die 88-Jährige dem Sender France Inter. Viel besser würde „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ passen, „und deshalb muss ich wieder zurückkehren“. Tatsächlich kehrt sie erst posthum in ihre Heimatstadt zurück. loy

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