SERIE WENDEKalender : 17. Dezember 1989

Nur 27 Prozent der DDR-Bürger wünschen sich die deutsche Einheit

JAHRE

MAUERFALL

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In Potsdam hat eine Hundertschaft Freiwilliger aus Ost und West damit begonnen, verfallene Altbauten in der Innenstadt zu sichern. Die Aktion hatte die Potsdamer Bürgeriniative Argus angeschoben. Auch einige „Infanteristen aus Stahnsdorf“ beteiligten sich an der Spontansanierung, wie der Tagesspiegel schreibt. Die West-Berliner Helfer kommen vor allem aus Kreuzberg und sind geübt in Gebäudesanierung durch Selbsthilfe – Stichwort: Hausbesetzer. Auch in Potsdam gibt es schon ein erstes besetztes Haus. Zum gemeinsamen Essen treffen sie die Freiwilligen am Abend als Gäste der sowjetischen Streitkräfte im „Haus der Offiziere“.

Nach einer Meinungsumfrage von ZDF und „Spiegel“ sind 73 Prozent der DDR-Bürger dafür, weiterhin in einer souveränen DDR zu leben. Nur 27 Prozent möchten eine Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik. Viele fühlen sich in ihrem Land trotz der wirtschaftlichen und politischen Bankrotterklärung immer noch besser aufgehoben als in der Bonner Republik. Die Gründe: besserer Schutz vor Arbeitslosigkeit, flächendeckende Kinderbetreuung, mehr Gleichberechtigung für Frauen, besserer Schutz vor Verbrechen und Drogen. Mehr als 80 Prozent gaben an, schon mal im Westen gewesen zu sein.

Der Ost-Berliner Magistrat hat für ein Wohnhaus am Potsdamer Platz einen Baustopp verhängt. Auf den vorhandenen Fundamenten soll ein provisorisches Zollhäuschen errichtet werden. loy

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