SERIE WENDEKalender : 18. Februar 1989

Ost-Berlin will sich auch für West-Touristen schick machen

20 JAHRE MAUERFALL


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In Ost-Berlin ist das rekonstruierte „Knoblauch-Haus“ im Nikolaiviertel als Museum eröffnet worden. Es ist das einzige original erhaltene Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert im alten Stadtkern. Nachfahren der Familie sind aus West-Deutschland angereist. Die Knoblauchs haben viele Dokumente aus Familienbesitz zur Verfügung gestellt. Die „Leistungen der Familie Knoblauch“ werden von Oberbürgermeister Erhard Krack gewürdigt. Aus der Familie seien viele „progressive Persönlichkeiten“ hervorgegangen, berichtet die „Berliner Zeitung“. Einer der Knoblauchs gilt als preußischer Reformer, andere haben als Seidenfabrikant oder Nadlermeister (Anfertiger von Nadeln) reüssiert. Den größten Nachhall erntete wohl Architekt Eduard Knoblauch. Er baute die Neue Synagoge und die Krolloper (sie stand früher gegenüber dem Reichstag).

Spätestens seit der 750-Jahrfeier 1987 buhlen beide Teile Berlins um die Gunst der Touristen. Das Knoblauch-Haus im neu erschaffenen Nikolaiviertel macht deutlich, welches das ursprünglichere Berlin ist. Der „TUI-Ferienexpress“, ein Pauschalreisezug, soll im April auf dem Weg nach Polen in Berlin Halt machen, aber nur im Ostteil. Dass der Express um West-Berlin einen Bogen macht, hätte früher einen Skandal ausgelöst.loy

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