SERIE WENDEKalender : 20. August 1989

In der DDR wächst die Zahl der selbstständigen Betriebe

JAHRE

MAUERFALL

Erzählen Sie doch Ihre eigene Geschichte von 1989! Lesebeispiele:

www.tagesspiegel.de/meinjahr89

Der DDR-Bildhauer Werner Stötzer hat auf einer Pressekonferenz in Neukölln von den humanen Arbeitsbedingungen für Künstler in der DDR geschwärmt, schreibt der Tagesspiegel. „Marktchancen“ bräuchten seine Kollegen nicht nachzulaufen, es gebe sogar genügend Zeit zum Ausspannen zwischen den in der Regel staatlichen Aufträgen, sagte Stötzer zur Eröffnung einer Ausstellung in der Galerie am Körnerpark. Von Privilegien fürs systemkonforme Modellieren war nicht die Rede. Stötzer ist DDR-Nationalpreisträger und hat eine Professur an der Akademie der Künste inne.

In der DDR gibt es wieder mehr Selbstständige – rund 180 000. Jahrelang war die Zahl der freien Handwerker und Ladeninhaber zurückgegangen. Damit reagiert die Führung auf die schlechte Versorgungslage, berichtet das Informationsbüro West. Neugegründete Betriebe erhielten Steuervergünstigungen und zinsgünstige Kredite. Die neueste Versorgungslücke betrifft Damenschlüpfer. Weil der Mangel an simplen Gebrauchsgegenständen inzwischen auf die Arbeitsmoral durchschlägt, nehmen einige Betriebe die Sache selbst in die Hand. Im VEB Carl Zeiss Jena lief vor kurzem ein betriebsinterner Sonderverkauf von Damenslips. Das wiederum führte zu Unmut bei allen nicht im VEB beschäftigten Jenenserinnen.loy

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben