SERIE WENDEKalender : 21. Oktober 1989

Die S-Bahn Ost hilft der BVG und vor dem Palast der Republik ist Demo.

Ein S-Bahnzug der BVG ist im Bahnhof Unter den Linden, also auf Ost-Berliner Hoheitsgebiet, entgleist. Die 200 Fahrgäste blieben unverletzt und wurden mit dem Gegenzug, der in dem stillgelegten Bahnhof halten durfte, zum Anhalter Bahnhof zurückgebracht. Die „Eingleisungsarbeiten“ unternahmen Mitarbeiter der Ost-Berliner S-Bahn. Am Nachmittag durfte die BVG auf dem freiliegenden Gleis einen Pendelverkehr einrichten. Das Gleisbett sei dort seit Kriegsende nicht mehr grundlegend saniert worden, schreibt der Tagesspiegel. Für die jährlich elf Millionen Mark Nutzungsgebühr für Ost-Berlin müssten Gleise auch gewartet werden.

In Ost-Berlin formiert sich eine Menschenkette, die vom Palast der Republik bis zum Polizeipräsidium in der Keibelstraße reicht. Die Teilnehmer fordern die Freilassung aller inhaftierten Demonstranten. SED-Politbüromitglied Günter Schabowski und der Ost-Berliner Oberbürgermeister Erhard Krack stellen sich an der Volkskammer einer Diskussion mit Demonstranten. Die „Aktuelle Kamera“ berichtet unterdessen weiter im bewährten Stil. Der Bericht eines ZDF-Journalisten über misshandelte Frauen während des Polizeieinsatzes am 40. Jahrestag der DDR wird barsch zurückgewiesen. loy

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