SERIE WENDEKalender : 23. Januar 1989

Eine Konferenz schürt neue Hoffnungen auf Bürgerrechte und Reisefreiheit

20 JAHRE MAUERFALL

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Im Stasi-Hauptquartier Normannenstraße machen sich die führenden Kader große Sorgen. Eine Rede des DDR-Außenministers Oskar Fischer auf der KSZE-Folgekonferenz in Wien schürt bei den Menschen erneut Hoffnungen auf mehr Bürgerrechte, vor allem Reisefreiheit. Stasi-Chef Erich Mielke schreibt einen Brief an alle Dienststellen und fordert „höchste Wachsamkeit“. „Führende politische Kreise der BRD und Westberlins sowie feindliche Stellen und Kräfte sind bereits dazu übergegangen, von der DDR die uneingeschränkte Durchsetzung des abschließenden Dokumentes zu fordern.“ Darin ist auch von Reisefreiheit und Bürgerrechten die Rede. Das Dokument hatte die DDR zwar unterschrieben, aber eher als Signal an das sozialistische Lager verstanden. Regelrecht sauer sind die Genossen auf den sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse. Der hatte die KSZE als „Meilenstein auf dem Weg zu einem Europa“ gelobt. Man habe am eisernen Vorhang „gerüttelt und seine rostigen Halterungen geschwächt“. loy

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