SERIE WENDEKalender : 26. November 1989

1800 West-Berliner fahren im Doppeldeckerkonvoi nach Ost-Berlin

JAHRE

MAUERFALL

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Mauerfall-Geschichten erzählt:

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Im Buskonvoi (20 Doppeldecker) fahren 1800 West-Berliner auf Einladung des Friedrichstadtpalastes nach Ost-Berlin. In jedem Bus eine Fremdenführerin, die den Gästen die Sehenswürdigkeiten erklärt, etwa das Brandenburger Tor, „für Sie einmal von der anderen Seite“. Weiter geht es Unter den Linden zur Friedrichstraße. Im Revuepalast läuft anschließend „Einfach zauberhaft“. Mit der Aktion will sich der Ost-Berliner Magistrat bei den West-Berliner Bankangestellten, Busfahrern und Behördenmitarbeitern für die vielen Überstunden beim Besucheransturm der DDR-Bürger nach dem Fall der Mauer bedanken.

Stadtplaner aus beiden Stadthälften haben sich erstmals getroffen, um über die Herausforderungen durch die Maueröffnung zu sprechen. Dieter Hoffmann-Axthelm fordert, die Stadtgrenzen Groß-Berlins von 1920 zu respektieren und jetzt nicht krakenhaft das Umland zu „kolonisieren“. Vordringlich ist für die meisten Teilnehmer, die S-Bahnlinien wieder in Betrieb zu nehmen, um die Straßen zu entlasten. Der stellvertretende Stadtarchitekt von Potsdam, Globisch, möchte die Glienicker Brücke für den Autoverkehr sperren. Für die vormals beschauliche Berliner Straße auf der Westseite sei der Autoverkehr „verheerend“. loy

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