SERIE WENDEKalender : 27. Juli 1989

Zwei Drittel der DDR-Flüchtlinge leiden in West-Berlin an Depressionen

JAHRE

MAUERFALL

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Grenzsoldaten und Taucher der DDR haben die Spree in Höhe des Reichstags nach einer Leiche abgesucht – vergeblich. Eine Streife der britischen Militärpolizei hatte einen leblosen Körper im Wasser treiben und dann untergehen sehen und daraufhin die zuständigen DDR-Behörden informiert. Die Spree gehört am Reichstag auf ganzer Breite zu Ost-Berlin.

Der Gesundheitszustand vieler Aus- und Übersiedler in West-Berlin ist katastrophal. Das hat eine Studie der „Arbeitsgemeinschaft ost- und mitteldeutscher Aus- und Übersiedler“ ergeben. 2000 Immigranten wurden dazu befragt. Zwei Drittel litten unter Depressionen, jeder zweite Aus-, bzw. Übersiedler klagte über Nervosität, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen. Wesentliche Ursache seien die schlechten Lebensbedingungen in den 228 West-Berliner „Übergangswohnheimen“. Bis zu 70 Menschen müssten sich eine Toilette teilen, oft lebten drei Generationen in einem Zimmer. Besonders die Kinder vermissten ihre gewohnte Umgebung, 30 bis 40 Prozent seien verhaltensauffällig oder zeigten Schlaf- und Essstörungen. loy

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