SERIE WENDEKalender : 31. Januar 1989

Touristen aus Polen verdienen in West-Deutschland wertvolle Mark

20 JAHRE MAUERFALL

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Zwei polnische Autoknacker versuchen, am Grenzübergang Bornholmer Straße in den Ostteil der Stadt zu flüchten. Sie werden von Grenzpolizisten der DDR aber nicht durchgelassen. Die 19 und 28 Jahre alten Polen waren zuvor von Anwohnern der Sonderburger Straße in Wedding beim Aufbrechen von Autos beobachtet worden. 20 Minuten später konnten sie von der West-Berliner Polizei mitsamt gestohlener Autoradios in Gewahrsam genommen werden.

In Polen ist Ende der 80er Jahre Wirtschaftskrise und Hyperinflation. Gleichzeitig herrscht Reisefreiheit. Also reisen viele Polen nach West-Deutschland und West-Berlin, um dort illegal zu arbeiten. Vor der deutschen Botschaft in Warschau stehen die Leute tagelang Schlange, um ein Touristenvisum zu bekommen. Prekär wird es, als die Bundesregierung versucht, den Zustrom zu kanalisieren. Ab April 1989 müssen polnische „Touristen“ für jeden Tag, den sie im Westen bleiben möchten, 50 Mark vorweisen können. Polnische Politiker fordern, die Grenzen nicht gerade dann zu schließen, wenn der Osten sie öffnet. loy

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