SERIE WENDEKalender : 9. März 1989

Wohnungsnot in West-Berlin und eine ungewöhnliche Buchpremiere

JAHRE

MAUERFALL

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Die West-Berliner Wohlfahrtsverbände setzen einen Hilferuf ab: Die Beratungsstellen für Obdachlose könnten kaum noch Schlafstätten vermitteln. Notunterkünfte, Wohnheime und die „Läusepensionen“, billige Absteigen, seien ausgebucht. 10 000 Menschen in West-Berlin lebten auf der Straße, 20 000 Wohnberechtigungsscheine befänden sich im Umlauf, seien aber nutzlos. Die Wohnungsnot ist 1989 in allen westdeutschen Großstädten ein Top-Thema, gleichauf mit der Asyldebatte.

In Ost-Berlin gibt es eine ungewöhnliche Buch-Premiere: Ex-Geheimdienstchef Markus Wolf liest aus der „Troika“ vor, seinem Erstling. Die Startauflage von 15 000 Exemplaren sei bereits „vor ihrem Erscheinen so gut wie vergriffen“, berichtet der Aufbau-Verlag. Das Buch, versichert Wolf, sei ohne Änderungen durch die Zensur gegangen. Auf die Frage, ob er zur West-Premiere persönlich auftreten werde, antwortet Wolf: „Sie sollten den Generalbundesanwalt fragen, ob ich unbeschadet durch die Bundesrepublik reisen darf.“ loy

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