Berlin : Serientäter nach Abschiebung wieder in Berlin

Polizei nahm 19-Jährigen erneut fest Er war mit falscher Identität zurückgekehrt

Tanja Buntrock

Die Polizei hat am Dienstag einen mit Haftbefehl gesuchten 19-jährigen Serientäter festgenommen. Beamte stellten Osman A. in der Schönstedtstraße in Neukölln. Dort hatte er sich in der Wohnung eines Bekannten versteckt. Ihm werden über 80 Straftaten vorgeworfen, unter anderem Diebstahl, Betrug, Raub und gefährliche Körperverletzung. Wiederholt war er wegen dieser Delikte verurteilt worden, doch er ließ sich dadurch nicht von weiteren Straftaten abhalten.

Wie die Polizei berichtet, kam der heute 19-Jährige im Jahr 1993 mit seinen Eltern als Bürgerkriegsflüchtling nach Deutschland. Seit seinem 10. Lebensjahr ist er der Polizei als Straftäter bekannt und fiel durch sein „aggressives Verhalten“ auf, wie es hieß. Weil Osman A. so viele Straftaten verübt hat, wurde er im Juli 2006 in sein Heimatland Serbien abgeschoben. Doch bereits eine Woche nach seiner Abschiebung soll er unter anderen Personalien wieder nach Deutschland eingereist sein. Seitdem hat er weitere Straftaten verübt. Unter anderem wird ihm ein Raubüberfall vom 4. November vergangenen Jahres zur Last gelegt, weswegen er nun mit Haftbefehl gesucht wurde.

Osman A. wird in der Intensivtäterkartei der Polizei der Direktion 5 (zuständig für Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg) geführt. 135 Namen von jugendlichen Serienstraftätern weist die Kartei dort auf. Lediglich drei von ihnen haben einen deutschen Namen. Intensivtäter sind jugendliche Kriminelle, die innerhalb eines Jahres mindestens zehn schwerwiegende Gewalttaten verübt haben. Allen Intensivtätern wird ein eigener Sachbearbeiter bei der Kriminalpolizei zugewiesen. Die Intensivtäterabteilung der Justiz führt derzeit 470 jugendliche Serientäter stadtweit auf. Sie war im Jahr 2003 eingerichtet worden wegen der jugendlichen Serientäter „Mahmoud“ und Levent U. Die Justiz geriet erst kürzlich wegen dieser beiden Täter in die Kritik: Denn „Mahmoud“ alias Nidal R. war vor zwei Wochen die Flucht aus einer Neuköllner Polizeiwache gelungen. Von ihm fehlt noch immer jede Spur. Trotz eines laufenden Prozesses gegen ihn war er Ende 2006 entlassen worden und musste sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden. Als er wegen eines neuen Haftbefehls festgenommen werden sollte, witterte „Mahmoud“ dies und flüchtete. Der Serientäter Levent U. hatte am vergangenen Wochenende einen 35-Jährigen in Schöneberg totgefahren, weil er auf der Flucht vor der Polizei bei roter Ampel über eine Kreuzung gerast war. Auch Levent U. war auf Bewährung frei. Die Angehörigen des Toten beklagen, dass diese Tat hätte verhindert werden können, wenn ein Richter den Serientäter zuvor eingesperrt hätte.

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