Berlin : Serientäter Sawis sitzt wieder im Gefängnis

Zwei Jahre war es still um den jugendlichen Schulhofschläger. Jetzt hat der 18-Jährige einen Gleichaltrigen überfallen

Katja Füchsel

Dass sich Sawis J. in der Türsteher-Szene herumtrieb, war gewiss kein gutes Zeichen. Trotzdem keimte bei der Polizei und Staatsanwaltschaft so etwas wie Hoffnung auf: Zwei Jahre lang war von dem verurteilten Serientäter nichts Schwerwiegendes zu vernehmen gewesen. Doch dann schlug der 18 Jahre alte Iraner wieder zu. Derzeit wartet Sawis J. in Untersuchungshaft auf seinen nächsten Prozess. Wegen schweren Raubes.

Die Polizei kennt Sawis J. seit seiner Kindheit. In die Schlagzeilen geriet der junge Kriminelle im Frühjahr 2003 als „Schulhofschläger von Marienfelde“. Sawis, damals 16 Jahre alt und bei der Polizei bereits wegen 60 Vorfällen registriert, hatte nach einem Streit auf einem Schulhof fünf Lehrer verprügelt.

Dieses Mal hatte es Sawis J. auf einen 18-Jährigen und sein Handy abgesehen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich der Überfall bereits am 28. Mai zugetragen. Gegen 20.30 Uhr soll Sawis in der Lichtenrader Finchleystraße auf sein Opfer losgegangen sein. Sawis zog laut Staatsanwaltschaft ein 15 Zentimeter langes Messer und schlug dann mit dem Griff gegen die Schläfe des Jugendlichen. Nachdem das Opfer zu Boden gegangen war, durchsuchte Sawis J. den Jugendlichen und verschwand anschließend mit seiner Beute. Einen Tag später nahm ihn die Polizei fest. Sie wirft Sawis J. vor, außerdem an einer Diskotheken-Schlägerei im Januar beteiligt gewesen zu sein. Damals wurde vor dem Lokal „Palapa“ am Mariendorfer Damm ein Mann verprügelt. Als ihm ein Unbeteiligter zu Hilfe eilte, musste auch er von Sawis J. und mindestens drei Helfern Schläge und Tritte einstecken.

Nach dem ersten Gefängnisaufenthalt machte auch Sawis’ Vater von sich reden: Der 45-jährige Ingenieur nahm seinen Sohn damals vehement in Schutz, beschimpfte die Lehrer im Internet als „Abschaum“ und nannte Polizisten bei einer Durchsuchung „Penner“. Vor Gericht setzten dann Junior und Senior auf dieselbe Strategie. Beide zeigten Reue – und stießen auf Milde. Die Richter verurteilten den Vater zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe, sein Sohn Sawis erhielt für seinen Gewaltexzess 20 Monate auf Bewährung. Jetzt droht Sawis J. außerdem der Widerruf der Bewährung.

Sawis’ kriminelle Karriere führte unter anderem dazu, dass vor rund zwei Jahren bei der Staatsanwaltschaft eine Spezialabteilung eingerichtet wurde: für die jugendlichen Intensivtäter. Rund 280 Kandidaten stehen derzeit auf ihrer Liste.

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