Berlin : Sextäter flieht aus Nervenklinik 19-Jähriger kletterte über sechs Meter hohen Zaun

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Er ging im Garten spazieren und versteckte sich hinter einem Busch. Kurz vor 19 Uhr, als es schon lange dunkel war, floh am Montag ein wegen versuchter Vergewaltigung einsitzender 19-Jähriger aus der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf. Die Flucht war offenbar klug geplant: Mithäftlinge hätten die Betreuer abgelenkt, so der Geschäftsleiter des Krankenhauses des Maßregelvollzuges (KMV), Dieter Lullies. Der Mann habe einen ersten Zaun unbemerkt überwinden können. Durch Detektoren seien dann Sirenen und Scheinwerfer ausgelöst worden. „Dann ging alles ganz schnell“, sagt Lullies. Der Flüchtige habe an Gittern und Mauervorsprüngen den sechs Meter hohen Außenzaun erklommen und sich darüber gerollt. „Über den Stacheldraht hat er eine Lederjacke gelegt, damit er sich nicht verletzt. Haben wir alles mit unseren Sicherheitskameras gefilmt“, so Lullies.

Vor einem Jahr war der 19-Jährige ins KMV eingewiesen worden. Er hatte versucht, eine Frau zu vergewaltigen und saß in der Abteilung III des Krankenhauses, wo Patienten mit schizophrenen Psychosen und geistiger Behinderung untergebracht sind. „Ein ganz normaler Typ“ sei der Entflohene, er habe regelmäßig Besuch von Familie und Freunden bekommen, erzählt Lullies. Von dem 1,75 Meter großen Mann gehe keine akute Gefahr aus. Gleiches sagt auch die Gesundheitsverwaltung. „Aber was passiert, wenn er unter Druck gerät, weiß keiner“, sagt Lullies. Seit im Jahr 2002 neue Zäune um die Klinik gezogen worden waren, konnte bis gestern kein einziger Insasse entkommen. Nun werden die Sicherheitsanlagen verschärft. Die Polizei wurde erst drei Stunden nach dem Ausbruch alarmiert, mittlerweile hat das Landeskriminalamt die Fahndung übernommen. chr/wvb

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