Berlin : Sexualstraftäter verging sich an sieben Mädchen

Polizei prüft auch Zusammenhang mit Sandra Wißmann / Mutige Nachbarin stellte den 25-Jährigen

NAME

Mit dem Verschwinden der seit November 1999 vermissten Sandra Wißmann hat der 25-jährige Treptower offenbar nichts zu tun. Zumindest gibt es nach Auskunft der Polizei bisher keine Hinweise, dass der am Mittwoch in einem Wohnhaus an der Wildenbruchzeile festgenommene Mann die 12-Jährige aus Neukölln verschleppt hat. Der Mann hatte, wie berichtet, am Mittwoch ein neunjähriges Mädchen auf den Dachboden des Wohnhauses geschleppt und sich an ihr vergangen. Dabei wurde er von einer aufmerksamen Hausbewohnerin gestellt. Der Täter gestand, seit 1999 sechs weitere neun bis zwölf Jahre alte Mädchen sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben.

Der 25-Jährige hatte zuletzt Ende Januar im Keller eines Hauses an der Grimmstraße ein neunjähriges Mädchen vergewaltigt. Die Grimmstraße liegt nur wenige Häuserblocks vom Kottbusser Damm entfernt, von dem Sandra Wißmann verschwunden war. Zeugen zufolge soll sie an der Ecke Böckhstraße von einem Mann angesprochen worden sein. Wegen der Nähe der beiden Tatorte hatte die Polizei schon im Januar einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Sandra Wißmann ergebnislos überprüft.

Am Dienstag wurde dem Täter das energische Einschreiten der 54-Jährigen zum Verhängnis, die sich wunderte, dass ein Fremder mit einem ebenfalls nicht im Haus wohnenden Mädchen unterwegs zum Dachboden war. Als sie ihn später mit Hilfe anderer Hausbewohner auf dem Boden stellte, bedrohte der 25-Jährige sie mit einem Messer. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem der Mann verletzt wurde. Dennoch gelang ihm die Flucht. Die Polizei nahm ihn kurz danach in der Nähe fest.

Der Serientäter hatte sich seine Zufallsopfer zwischen Sonnenallee und Landwehrkanal gesucht. Dort kannte er sich aus. Bevor er nach Treptow gezogen war, hatte er in diesem Karree gewohnt. Wie er die Mädchen dazu brachte, mit ihm zu gehen, wollte die Polizei nicht sagen, um mögliche Nachahmungstäter nicht zu animieren. weso

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben