• SEZ: Das Modernisierungskonzept droht erneut am Widerstand der CDU im Hauptausschuss zu scheitern

Berlin : SEZ: Das Modernisierungskonzept droht erneut am Widerstand der CDU im Hauptausschuss zu scheitern

Ulrich Zawatka-Gerlach

Der Architekt verspricht blühende Wasserlandschaften, aber die kosten 35 Millionen Mark. So muss sich der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses heute wieder den Kopf darüber zerbrechen, wie das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) zu neuem Leben erweckt werden kann. Die Berliner Bäder Betriebe - die es seit April 1999 gepachtet haben - versprechen, dass sich die Investitionen durch höhere Einnahmen schon in dreieinhalb Jahren amortisieren. Auch die Personalkosten könnten weiter gesenkt werden. Ab 2004 müsse das Land keine Zuschüsse mehr zahlen.

Die Bäderbetriebe konnten bereits erste Erfolge verbuchen. Der Personalbestand schrumpfte innerhalb eines Jahres von 208 auf 158,5 Stellen. Überzählige Mitarbeiter wurden großenteils in die Schwimm- und Sprunghalle an der Landsberger Allee und in das erneuerte Stadtbad Schöneberg umgesetzt. Nach dem Umbau des SEZ zu einem Bade- und Rutschenparadies mit Therme, Sauna, Wellness-Center und Gastronomie reichten sogar 130 Stellen aus, steht im Konzept von Sportsenator Klaus Böger "zur Sanierung und Attraktivitätssteigerung" des 1981 gebauten Sport- und Erholungszentrums, das seitdem nie grundlegend saniert wurde.

Nach einem Entwurf des Architektenbüros Geising & Böker könnten ab Juli 2001 die Schwimmhalle für 19,4 Millionen Mark komplett umgebaut, die Sauna (6,1 Millionen Mark), die Nebenanlagen (4,6 Millionen Mark) und die Gastronomie (4,8 Millionen Mark) erneuert werden. Ein zweiter Bauabschnitt, mit einem "Family-Entertainment-Center", einem Kinder- und Sportarztbereich, einem Freibad nebst Verschönerung des Eingangsbereichs ist schon eingeplant, soll aber aus Eigenmitteln des SEZ nach 2004 finanziert werden.

Die Bäderbetriebe sind guter Dinge, dass ein schönes, neues SEZ erheblich mehr Besucher anlocken würde: 700 000 pro Jahr in der Badelandschaft mit Riesenrutsche und Waterworld, Ruhegrotte und Lazy-River, Sinterterassen und Therme. Weitere 100 000 in der Sauna. Diese Erwartungen seien realistisch; die Spaßbäder und Erlebnissaunen in Fürstenwalde, Bad Saarow, Lankwitz und Lichterfelde kämen auf ähnlich hohe Besucherzahlen. Maßvolle Preiserhöhungen und den Personalabbau eingerechnet, könnte das SEZ 13 Millionen Mark mehr einnehmen, rechnet die Sportverwaltung dem Hauptausschuss vor.

Der Haken an der Geschichte: Finanzsenator Peter Kurth (CDU) zeichnet auch diese Vorlage nicht mit, verweist auf die finanzielle Eigenverantwortung der Bäderbetriebe und will keine 35 Millionen Mark locker machen. Zehn Millionen Mark würden in diesem und im nächsten Jahr benötigt. Die SPD-Fraktion unterstützt das SEZ-Modernisierungskonzept. "Wir müssen das jetzt machen", sagt der SPD-Haushaltsexperte Hans-Harald Ehlert. Aber die CDU-Fraktion zieht nicht mit, sie will das SEZ privatisieren. Also könnte es sein, dass der Hauptausschuss wieder keine Entscheidung trifft.

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