Berlin : SEZ: Hoffnung auf Investor ins Wasser gefallen

Freizeitzentrum soll zum Jahresende geschlossen werden

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Zum Ende dieses Jahres wird das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) an der Landsberger Allee höchstwahrscheinlich geschlossen. Die Suche nach einem privaten Investor sei gescheitert, sagte der stellvertretende Pressesprecher der Berliner Bäderbetriebe, Hans-Joachim Munte. Eine Chance, dass das SEZ über den 31. Dezember hinaus weiterbetrieben wird, gebe es nun kaum mehr.

Seit 1999 haben die Berliner Bäder Betriebe das Sportzentrum mit Schwimm- und Sporthalle, Eisbahn und Restaurants gepachtet und betrieben, das Land Berlin hat hierzu einen hohen Zuschuss gezahlt. Allein in diesem Jahr beträgt er rund 4,7 Millionen Euro. Mit dem neuen Haushaltsentlastungsgesetz wurde dieser Zuschuss für 2003 gestrichen. Außerdem ist das Bäderanstaltsgesetz geändert worden: Für die Bäderbetriebe entfällt zum 31. Dezember 2002 die so genannte „Betriebspflicht“ und auch das Pachtverhältnis. Das SEZ, nunmehr nichts als eine Immobilie auf einem einigermaßen wertvollen Grundstück, fällt zurück an den Eigentümer, den Liegenschaftsfond des Landes Berlin.

Schon lange ist bekannt, dass das Sportzentrum in Friedrichshain marode ist und dringend saniert werden müsste. Die 25 Millionen Mark, die Berlin den Bäderbetrieben als Kredit hierzu gewähren wollte, hätten dafür nicht gereicht, doppelt so viel wäre nach Schätzungen nötig. Dieses Geld hätte keiner der drei privaten Interessenten aufbringen können, die sich seit März dieses Jahres um eine Pacht und die Weiterbetreibung des SEZ beworben haben. Nachdem dies klar war, haben sich die Bäderbetriebe bemüht, Käufer für Haus und Grundstück zu finden. Dies ist nun gescheitert. Was mit den 120 Angestellten des SEZ – unkündbaren Angestellten des öffentlichen Dienstes – geschehen soll, ist noch unklar.

Der Aufsichtsrat der Bäder Betriebe reduzierte jetzt die Zahl seiner Mitglieder drastisch von 18 auf nunmehr 8. Nur noch zwei Arbeitnehmer sind darin vertreten. Zuvor waren es sechs. Der Vorstand der Bäder Betriebe hofft dadurch, bei künftigen Entscheidungen einfacher die notwendigen Mehrheiten zu erhalten.dae/akl

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