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Sicherheit im Straßenverkehr : Zahl der Verunglückten in Berlin nimmt ab - aber mehr Tote

Das Statistische Bundesamt hat's ausgewertet: 2016 war in Deutschland das unfallreichste Jahr seit der Wiedervereinigung. In Berlin stieg die Zahl der Toten gegen den Trend.

September 2016. Im Stadtteil Schöneberg war ein Auto frontal mit dem Lastwagen zusammen gestoßen.
September 2016. Im Stadtteil Schöneberg war ein Auto frontal mit dem Lastwagen zusammen gestoßen.Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das vergangene Jahr war in Deutschland das unfallreichste Jahr seit der Wiedervereinigung, die Zahl der Verkehrstoten sank allerdings auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte, starben 2016 bei Unfällen im Straßenverkehr 3214 Menschen. Das waren 245 Getötete oder 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg um 0,8 Prozent auf rund 396.700 Menschen.

17.400 Verunglückte im Berliner Straßenverkehr - minus 2,5 Prozent

In Berlin hingegen gab es im Jahr 2016 mehr Verkehrstote als im Vorjahr, berichtet das Bundesamt. Die Zahl der Getöteten liegt bei 56 - das waren 8 mehr (+17 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Es ist die höchste Zahl seit 2007, damals starben ebenfalls 56 Menschen. Unter den Toten waren im abgelaufenen Jahr wieder überwiegend "schwächere" Verkehrsteilnehmer, wie sie bei der Polizei heißen, also Radfahrer und Fußgänger zu fast 70 Prozent. In Berlin starben 21 Fußgänger und 17 Radfahrer. Zudem gab es nach Polizeiangaben 10 getötete Motorradfahrer und 8 Kfz-Insassen. Ihre detaillierte Verkehrsunfallbilanz für 2016 wird die Berliner Polizei am 3. März veröffentlichen.

Laut Bundesamt gab es 17.400 Verunglückte im Berliner Straßenverkehr, das sind 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

2016 war nach Angaben des Statistischen Bundesamts zudem das unfallreichste Jahr seit der deutschen Wiedervereinigung: Die Polizei nahm rund 2,6 Millionen Unfälle auf, das waren fast drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei 2,3 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden, bei 308.200 Unfällen wurden Menschen verletzt oder getötet.

So hoch ist das Risiko in Berlin

"Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko im Straßenverkehr zu sterben in Sachsen-Anhalt mit 59 Todesopfern und in Mecklenburg-Vorpommern mit 55 Todesopfern je 1 Million Einwohner am höchsten", schreibt das Bundesamt. In Berlin sind es 16 zu 1 Million. Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg haben verglichen mit der Einwohnerzahl immer die wenigsten Verkehrstoten. Brandenburg hatte den bundesweiten Vergleich noch im Jahr 2015 angeführt. 2016 sank die Zahl der Verkehrstoten aber überraschend deutlich von 179 (2015) auf 121. Damit konnte Brandenburg den jahrelang gehaltenen letzten Platz im bundesweiten Vergleich der Unfallhäufigkeit je eine Million Einwohner abgeben an Sachsen-Anhalt. - mit AFP

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Die Zahlen für alle Bundesländer finden Sie unter diesem externen Link.

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