Sicherheit in Berlin : Geschäftsleute fordern neue Schutzmaßnahmen am Ku'damm

Unternehmer haben sich in einer Diskussion über die Sicherheit am Ku'damm für zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Poller ausgesprochen. Andererseits möchte man den Boulevard nicht verschandeln.

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Können Poller, wie hier an der amerikanischen Botschaft in Berlin-Mitte, auch am Ku'damm sinnvoll sein? Foto: Thilo Rückeis
Können Poller, wie hier an der amerikanischen Botschaft in Berlin-Mitte, auch am Ku'damm sinnvoll sein?Foto: Thilo Rückeis

Bei einer Diskussion über die Sicherheit am Kurfürstendamm haben sich Geschäftsleute für Poller oder andere neue Schutzmaßnahmen ausgesprochen, damit es nicht noch einmal zu einem Terroranschlag wie auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Dezember 2016 kommen kann. Händler hätten diesen Wunsch an ihn herangetragen, sagte Peter-Michael Riedel, Vorsitzender der Kurfürstendamm e.V. Interessengemeinschaft, am Mittwochabend. Der Verein hatte Vertreter des Polizeiabschnitts 25 zum Gespräch ins Hotel Kempinski eingeladen.

Riedel schränkte ein, niemand wolle den ganzen Ku’damm mit Pollern zupflastern. Der Charakter des Boulevards müsse gewahrt bleiben. Polizeioberrat Dirk Schipper-Kruse sagte, ihm seien leider keine Schutztechniken bekannt, die weniger störend wären als Poller oder die Betonblöcke, die nun bei Veranstaltungen auf dem Breitscheidplatz aufgestellt werden.

Alltagskriminalität am Ku'damm

Unabhängig davon hat die FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf beantragt, zwei Baumreihen auf dem Breitscheidplatz zu pflanzen – auch zum Schutz gegen Attentäter mit Autos. Zum einen geht es um Bäume neben der Budapester Straße, die vor einigen Jahren bei einer Umgestaltung entfernt worden waren. Zudem schlägt die FDP neue Bäume am Rande der Tauentzienstraße vor. So könne man die „ästhetisch bedenkenswerten“ Betonklötze und die kleineren, eigentlich nur gegen Falschparker montierten Metallpoller ersetzen. Die BVV hat noch nicht darüber entschieden.

In der Diskussion des Ku’damm-Vereins ging es auch um die Alltagskriminalität am Ku’damm. Nach Auskunft der Polizeivertreter ist die Zahl der Taschendiebstähle im Vergleich zum Vorjahr stellenweise um die Hälfte gesunken. Auch stadtweit gebe es einen deutlichen Rückgang. Die Polizei gehe verstärkt gegen die Täter vor, manche Banden hätten sich wohl aus Berlin zurückgezogen. Dagegen gibt es bei Autodiebstählen in der City West einen spürbaren Anstieg.

Die Polizei zu Gast im Kempinski. Peter-Michael Riedel (links, Kurfürstendamm e.V. Interessengemeinschaft) diskutiert mit Dirk Schipper-Kruse und Christian Kraffz vom Polizeiabschnitt 25. Foto: Cay Dobberke
Die Polizei zu Gast im Kempinski. Peter-Michael Riedel (links, Kurfürstendamm e.V. Interessengemeinschaft) diskutiert mit Dirk...Foto: Cay Dobberke
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