Berlin : Sicherheitsrisiko Holzgeländer

CS

"Solche Treppenhäuser sind im Notfall ein Albtraum." Feuerwehr-Experten für vorbeugenden Brandschutz waren sich gesten im Gespräch mit dem Tagesspiegel einig, dass es Hochhausaufgänge mit Linoleum, Tapeten, Holzgeländern und anderen hölzernen Einbauten wie im Brandgebäude an der Landsberger Allee nicht mehr geben dürfte. Doch nach ihrer Erfahrung sowie nach Darstellung der Lichtenberger Bauaufsichts-Chefin Monika Kuhnert sind solche Treppenhäuser noch in vielen DDR-Plattenbauten vorhanden, obwohl die Gebäude als Hochhäuser gelten. Als Hochhaus wird ein Gebäude offiziell angesehen, falls sich der Fußboden der obersten Wohnung in 22 Metern Höhe befindet - also je nach Raumhöhe im 9. bis 11. Stock. Bei Neubauten macht der vorbeugende Brandschutz in diesem Falle strenge Auflagen: Es darf nichts Brennbares in den Treppenaufgängen sein, eventuell wird ein zweiter Fluchtweg vorgeschrieben; Rauch und Hitze müssen durch Klappen im Dach abziehen, die sich im Notfall automatisch öffnen. Bei schon vorhandenen Gebäuden werden diese kostspieligen Einbauten aber nur gefordert, falls an ihnen "im Rahmen einer Modernisierung wesentliche Änderungen vorgenommen werden", so Monika Kuhnert von der Bauaufsicht.

Das in den 70er Jahren erbaute Brandhochhaus an der "Landsberger" hat nach ihren Worten zwar einen neuen Anstrich, neue Fenster und eine wärmegedämmte Fassade bekommen, im Treppenhaus sei aber nichts passiert. Frau Kuhnert: "Dies zu verlangen, kam uns überzogen vor". Im übrigen seien Wohnungsgesellschaften eher bestrebt, den teuren Brandschutz im Treppenhaus zu vernachlässigen. Welche Folgen dies haben kann, überraschte auch die Amtschefin: "Wir waren erschrocken über die Gewalt des Feuers."

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