Berlin : Sicherheitsstufe 1 beim Hallenfußballturnier

Detektoren am Eingang / DFB schickt Sondergruppe / Halle fast ausverkauft BERLIN (ja/mah).Wer sich noch für einen Besuch des Hallenfußballturniers in der Max-Schmeling-Halle entscheiden will, muß sich sputen: Für die beiden Spieltage Sonnabend und Sonntag gab es am Freitag in der Geschäftsstelle von Hertha BSC Berlin nur noch je 100 Karten zu kaufen, und an der Abendkasse dürfte es eng werden.Mit 6400 Plätzen verfügt die Schmeling-Halle über eine weitaus geringere Kapazität als der bisherige Austragungsort Deutschlandhalle, wo mehr als 8000 Zuschauer Platz fanden.Unterdessen laufen die Vorbereitungen für das Turnier auf vollen Touren.Heute treffen sich Veranstalter und Polizei, um das Sicherheitskonzept abzustimmen.Todesfälle, wie bei der Frauen-Handball-WM vor vier Wochen, sollen auf jeden Fall verhindert werden. 140 Sicherheitskräfte stellt allein die Firma "Best", um den Besucherstrom in die Halle zu leiten.Zum ersten Mal beim Hallenfußball in Berlin werden an den acht Einlaßschleusen elektronische Detektoren eingesetzt, um Metallgegenstände aufzuspüren.Aufgeschreckt durch die Messerstecherei bei der Frauen-Handball-WM, in deren Folge zwei dänische Zuschauer starben, hatten die Veranstalter schon bei den zurückliegenden Turnieren in Stuttgart und Schwerin erstmals dieses an Flughäfen übliche Verfahren angewandt.Beim Schweriner Turnier, das vorgestern zu Ende ging, waren auf diesem Weg 50 "waffenähnliche" Gegenstände beschlagnahmt worden. Zusätzlich zu den Sicherheitskräften des Hallenbetreibers reist heute der Troß des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einer 16köpfigen Spezialistentruppe an, die nunmehr bei allen Turnieren der Hallenmasters-Serie zum Einsatz kommt.Ihre Aufgabe ist es, "sensible Bereiche" wie Spielerbänke und Ehrengastlogen im Auge zu behalten.Ihr Alptraum-Szenario ist ein Vorfall wie der vor vier Jahren in Stuttgart, als Oliver Möller, ein Ersatzspieler des Hamburger SV, von einer Frau mit einem Messer angegriffen und verletzt wurde."Wir können und wollen die Spieler aber nicht ganz von den Fans isolieren", sagt Frank Tomani, Inhaber der vom DFB beauftragten Security-Firma AOF aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen.Denn gerade die familiäre Atmosphäre mache den Reiz solcher Turniere aus. Zwei Stunden vor Beginn des Turniers am Sonnabend um 18 Uhr 30 werden die Tore der Max-Schmelinghalle für die 6400 Zuschauer geöffnet.Der DFB rät als Veranstalter allen Besuchern, sich rechtzeitig auf den Weg nach Prenzlauer Berg zu machen, da die umfangreichen Einlaßkontrollen einige Zeit in Anspruch nehmen.Jeder einzelne Besucher soll abgetastet werden, wie es in der Schmeling-Halle im Gegensatz zur Deutschlandhalle üblich ist.Dafür bitten die Veranstalter schon im Voraus um Verständnis, denn bei Alba-Spielen hatte es wegen der rigorosen Kontrollen schon des öfteren Unmutsäußerungen gegeben.Bei der Europaliga-Partie gegen AEK Athen, der ersten nach der Handball-WM, waren hunderte Zuschauer erst in die Halle gekommen, als das Spiel längst lief.Außerdem wird davon abgeraten, mit dem Auto zu kommen, weil es rund um die Schmeling-Halle kaum Parkplätze gibt.Auf dem Gelände der Halle selbst stehen gerade 35 Stellplätze für Autos zur Verfügung. Polizei und Staatsanwaltschaft bereiten sich unterdessen auf das Turnier "ganz normal" vor, sagte eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag.Ein Staatsanwalt wird in der Halle sein, um Straftäter in Haft nehmen oder der Halle verweisen zu können.

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