• „Sie hat Tabus gebrochen“ Türkische Blätter über die Wahl von Emine Demirbüken in die CDU-Spitze

Berlin : „Sie hat Tabus gebrochen“ Türkische Blätter über die Wahl von Emine Demirbüken in die CDU-Spitze

Suzan Gülfirat

Die Wahl von Emine Demirbüken-Wegner in den Bundesvorstand der CDU würdigten türkische Zeitungen mit Aufmachern auf ihren Europa-Seiten. „Emine hat es geschafft“, schrieb die Hürriyet am Mittwoch als Überschrift zu ihrem bebilderten Bericht aus Düsseldorf. In der Zeile über der Überschrift stand der lange Satz: „Eine Türkin im Vorstand der Christdemokraten in Deutschland.“ Einen Tag zuvor bekam die türkischstämmige Berlinerin auf dem CDU-Parteitag 66,8 Prozent der Delegiertenstimmen. Die Hürriyet zitierte das neue Mitglied gleich zu Beginn ihrer Arbeit mit diesen vielversprechenden Worten: „Meine Wahl in den Bundesvorstand wird der Beziehung zwischen meiner Partei und der Türkei eine neue Dimension geben.“

Die Tageszeitung Türkiye titelte zu Demirbükens Rolle in der CDU: „Sie hat Tabus gebrochen“. Obwohl ihre Partei dagegen sei, wolle sie der Türkei einen Platz in der EU verschaffen und daran arbeiten, die CDU in diesem Punkt zu überzeugen, lobt die Zeitung die Politikerin.

Tatsächlich verstärkten die anderen Nachrichten vom Parteitag in Düsseldorf beim Leser das Gefühl, dass Emine Demirbüken-Wegner viel Überzeugungsarbeit leisten muss. „Trotz der Freundschaft, die ich gegenüber der Türkei empfinde, gehört die Türkei nicht in die EU“, zitierte die Türkiye den Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU).

Und die Zeitung Hürriyet stellte neben ihren Aufmacher einen umfangreichen Text mit einer Aufnahme von Edmund Stoiber, der CDU-Chefin Angela Merkel im Arm hält. Als Überschrift steht ein Stoiber-Zitat daneben: „Die Türkei ist kein europäisches Land.“

Genau wegen dieses Widerspruches zu Emine Demirbüken-Wegner werden die türkischen Blätter das künftige Engagement der neu gekürten CDU-Politikerin genau verfolgen.

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