Berlin : Siegerlaune

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In der Berliner Botschaft der Nordallianz herrscht Hochstimmung. "Wir sind alle glücklich, dass das Terrorregime der Taliban in Kabul beendet ist", sagt Botschaftsrat Abed Nadjib. Nach 23 Jahren sei ein Neuanfang für Afghanistan in Sicht. Jetzt müsse rechtzeitig vor dem Wintereinbruch massive humanitäre Hilfe ins Land kommen. Nadjib spricht sich für eine Blauhelmmission der UNO, aber gegen den Einmarsch von Nato-Bodentruppen aus. Die Jagd nach bin Laden und der Kampf gegen die Terrororganisation el Kaida können aus der Luft fortgesetzt werden. "Für Ruhe und Ordnung" würden die Kämpfer der Nordallianz sorgen. Eine Regierung sei mit dem Einzug von Ministern der Nordallianz und Exilpräsident Rabbani in Kabul bereits vorhanden. "Wir können das auf breiter Basis erweitern", so Nadjib. Botschafter Amanullah Jayhoon ist schon vor einer Woche aus Berlin nach Afghanistan aufgebrochen. Ob er zurückkehrt oder am Aufbau der neuen Regierung mitwirkt, wisse er nicht, sagt sein Vertreter. Exilafghanen hatten stets vor einer erneuten Regierung der Nordallianz gewarnt. Auch vor 1996 seien Frauen unterdrückt worden, habe es Plünderungen und Morde gegeben. "Das stimmt nicht", sagt Botschaftsrat Nadjib. Schulen und Universitäten seien auch für Frauen offen gewesen und sollten es wieder sein. In Zukunft würden Frauen auch "eine große Rolle in der Regierung spielen". Nadjib ruft Exilafghanen auf, in die Heimat zurückzukehren. "Jeder Afghane, der helfen will, ist herzlich willkommen."

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