Berlin : Silberne Kochzeit

Seit 25 Jahren gibt es das Restaurant „Ana e Bruno“. Wir verlosen ein Jubiläumsessen – für zwei.

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Er ist ein charismatischer Glatzkopf – und charmanter Gastgeber. Und spätestens in diesem Jahr darf er sich nun auch gewissermaßen offiziell zu den dienstältesten Berliner Gourmet-Köchen zählen: Bruno Pellegrini, der vor nunmehr 25 Jahren das Charlottenburger Restaurant „Ana e Bruno“ eröffnete und schnell im Ruf stand, das beste italienische Essen in der Stadt zu servieren. Günter Jauch und Angela Merkel ließen sich von ihm bewirten, und ein wichtiger Gast war ganz besonders zufrieden: „Wo bleiben die Sterne für diesen Edel-Italiener?“, fragte Wolfram Siebeck im Jahr 2002.

Damit ist sicher ein wunder Punkt in der Geschichte des Restaurants angesprochen, denn es ist auch nach diesem Jubel aus berufenem Mund kein Stern mehr gekommen. Dafür darf sich Pellegrini mit dem Titel „Berliner Meisterkoch 2000“ schmücken, und sein kulinarischer Ehrgeiz ist längst gut in den Händen von Küchenchef Andrea Girau aufgehoben, der die Ideen des Padrone kongenial auf den Teller bringt, während der mit den Gästen flirtet – was er ohnehin am liebsten tut.

1988, so schien es, war die Zeit reif für noble norditalienische Küche aus besten Produkten in Berlin. Pellegrini, damals mit der Berlinerin Anna verheiratet, eröffnete im Mai in einer ehemaligen Eckkneipe in der Sophie-Charlotten-Straße jenes Restaurant, das er selbst in der Stadt nicht fand. Fernab vom Pizzeria-Klischee servierte er beste Zutaten, zeigte den Gästen, wie dünn Nudelteig sein kann, prunkte mit Hummer, Steinbutt und Norcia-Trüffeln, präsentierte die subtilen Unterschiede feiner Olivenöle. In stetem Fluss kamen aus der Küche delikate Kleinigkeiten, begleitet von Weinen, die in Berlin damals ebenfalls noch äußerst rar waren.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zwar ist die Konkurrenz erstarkt, und der Abmarsch vieler Stammgäste in die neuen Trendbezirke Prenzlauer Berg und Friedrichshain hat das Geschäft nicht leichter gemacht. Andrea Girau steht Pellegrini seit 2002 zur Seite. Der Sarde teilt seine Leidenschaft zum individuellen Produkt und zu handwerklicher Perfektion – und hält den kulinarischen Standard auch dann, wenn der Chef sich um seine mittlerweile drei Kinder kümmern muss. Trotz anderer Frau bleibt es indessen bei „Ana e Bruno“, der Name hat Markencharakter und war durch ein weniger persönliches „A e B“ nicht zu ersetzen.

Pellegrinis Versuch indessen, ein neues geschäftliches Kapitel aufzuschlagen, ist vorerst – unverschuldet – gescheitert, denn aus dem Restaurant im neuen Flughafen wird aus bekannten Gründen nichts. Möglicherweise geht er also demnächst übergangsweise auf den Flughafen Tegel.

Erst aber ist er mal voll da – in Charlottenburg. Am Freitag, dem 14., und am Sonnabend, dem 15. Juni, serviert er mit seinem Team das Sechs-Gänge-Menü „Wie an unserem ersten Tag“, zum Erinnerungspreis von 99 Euro pro Person mit Weinbegleitung, Wasser und Kaffee: Jakobsmuscheln mit getrockneten Tomaten, grünem Spargel, Parmigiano und Pistazien. Dann Wildsaibling mit grünen Bohnen, Safranrisotto und Oliven, gefolgt von Brennnesselravioli mit Salsiccia, Fenchel, Minze und Pecorino, gefüllter Entenbrust mit Piemonteser Haselnüssen, Frühlingsgemüse, Liebstöckel und Mascarpone, Fonduta aus Alpenkäse sowie als Dessert Panna cotta mit Tonkabohnen, Muscovado-Zucker und Aprikosen.Bernd Matthies

Für 1 x 2 Tagesspiegel-Leser geht das komplette Menü aufs Haus. Wollen Sie dabei sein, schicken Sie bitte eine Mail mit dem Stichwort „Ana e Bruno“ bis Freitag, 7. Juni, 13 Uhr, an verlosung@tagesspiegel.de.

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