Berlin : Silbersteinstraße auf dem Weg zum Feinstaub-Rekord

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Die Silbersteinstraße in Neukölln gehört jetzt zu den dreckigsten Straßen in Deutschland. Seit Jahresbeginn wurde dort nach Angaben des Umweltbundesamtes an bisher 39 Tagen der erlaubte Grenzwert für Feinstaub in der Luft überschritten. Zulässig sind lediglich 35 Tage im gesamten Jahr. Noch schmutziger ist in der Statistik derzeit nur die Landshuter Allee in München mit 45 Überschreitungen. An der Frankfurter Allee in Friedrichshain ist der Grenzwert mit 34 Tagen ebenfalls fast erreicht. Heute will die Stadtentwicklungsverwaltung das Ergebnis einer Verkehrszählung an der Silbersteinstraße vorstellen.

Dass diese Straße zu den hoch mit Feinstaub belasteten gehört, hatte die Experten in der Senatsumweltverwaltung überrascht. Deshalb gab es in der vergangenen Woche eine Verkehrszählung. Vor allem der Lastwagenverkehr sollte nach dem Bau der parallelen Autobahn auf diese ausweichen. Möglicherweise wird die Wohnstraße jetzt aber als Ausweichstrecke für die mautpflichtig gewordene Autobahn missbraucht.

Am vergangenen Sonntag ohne Lastwagenverkehr wurden lediglich 18 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter gemessen. Am Freitag mit viel Verkehr waren es 78. Erlaubt sind 50 Mikrogramm. Die Messergebnisse hängen allerdings auch von denWindverhältnissen ab.

Der Feinstaub stammt zu einem erheblichen Teil aus den Abgasen von Dieselmotoren. Deshalb erwägt der Senat hier ein Durchfahrverbot für Lastwagen. An der Silbersteinstraße wäre dies einfach möglich, weil es die parallele Stadtautobahn gibt. An anderen Straßen wie der Frankfurter Allee ist die Verwaltung dagegen derzeit ratlos. Erst 2008 soll das Zentrum innerhalb des S-Bahn-Rings zu einer „Umweltzone“ werden, in der Autos, die nicht die EU-Norm erfüllen, dann nicht mehr fahren dürfen. kt

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