• Silvester in Berlin: Mehr Stürze wegen Glätte, weniger Brände - und auf der Festmeile weniger Andrang

Silvester in Berlin : Mehr Stürze wegen Glätte, weniger Brände - und auf der Festmeile weniger Andrang

Berlin hat ruhiger als im vergangenen Jahr Silvester gefeiert - vor allem aus Sicht der Feuerwehr. Die Zahl der Brände ging zurück. Dafür stieg die Zahl der Stürze wegen Glätte. Auf der Festmeile am Brandenburger Tor gab es keine größeren Probleme. Allerdings kamen weniger Besucher. Das lag wohl vor allem am Wetter - oder auch am Musikprogramm unter anderem mit Jürgen Drews? Diskutieren Sie mit!

Jörn Hasselmann,Markus Hesselmann
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Mitternacht am Brandenburger Tor: Quadriga in Flammen.Foto: dpa

Bei der Festmeile gab es kaum größere Zwischenfälle. Rund 200.000 Berliner und Besucher - deutlich weniger als im Vorjahr - feierten nach Polizeiangaben zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule ins neue Jahr. Die Polizei verzeichnete "keine nennenswerten Einsätze", wie es ein Sprecher formulierte. Auch für die Feuerwehr und die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes sei es weitgehend ruhig geblieben. Das Konzept mit dem Feuerwerk- und Flaschenverbot sei einmal mehr aufgegangen, sagte der Polizeisprecher.  Das Rote Kreuz versorgte auf der Partymeile 149 Personen, die meisten hatten zu viel getrunken und waren auf dem glatten Boden dann ausgerutscht.

Auch in der übrigen Stadt war der Jahreswechsel aus Sicht der Feuerwehr ruhiger als sonst. Die Zahl der Einsätze sank um zehn Prozent auf etwa 1400. Die Zahl der Brände ging sogar von 472 vor einem Jahr auf 231 zurück. Dies lag vor allem an der Schneedecke,  fehlgeleitete Raketen  konnten deshalb anders als in trockenen Jahren kaum Schaden anrichten. Wenn zum Beispiel eine Silvesterrakete auf ein Dach oder einen Balkon voller Schnee trifft, ist die Gefahr, dass sich daraus ein Feuer entwickelt, deutlich geringer.

Dafür stieg die Zahl der Einsätze von Rettungswagen um zehn Prozent auf 1100 an. Dies lag vor allem an der Glätte durch Eis und Schnee, viele Menschen stürzten und verletzten sich.

Der schwerste Böllerunfall ereignete sich in Treptow. Ein Mann büßte Daumen und Zeigefinger ein, als ein  Knallkörper  in seiner Hand explodierte. In der Bamberger Straße in Schöneberg brannte ein Weihnachtsbaum in einer  Wohnung aus. Unklar ist noch die Ursache für ein Großfeuer im Spandauer Ortsteil Falkenhagener Feld. Dort war eine halbe Stunde nach Mitternacht das Flachdach eines Mehrfamilienhauses in Brand geraten, am Morgen hatte die Feuerwehr die Lage noch nicht im Griff, da  unter der Dachpappe immer wieder neue Flammennester entstanden. Am Vormittag begann die Feuerwehr damit, das gesamte Dach mit schwerem Gerät abzureißen. 

Ein Mieter einer Wohnung in Marzahn musste reanimiert werden, nachdem in seiner Wohnung im achten Stock ein Feuer ausgebrochen war. Nach einem Feuer im Keller eines Lichtenberger Wohnhauses kamen vier Mieter mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser. Ein Brand mit Todesopfer, bei dem eine Charlottenburgerin noch ihre Hunde rettete, bevor sie ihren Verletzungen erlag, steht nach ersten Ermittlungen nicht in Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten. Gleiches gilt nach ersten Erkenntnissen für einen Todesfall in Marzahn bei einem Wohnungsbrand. Dort starb ein 46-jähriger Mann. Mehr dazu hier.

Bei der Polizei war die Zahl der Notrufe konstant. Wie in jedem Jahr gab es Sachschaden durch Polenböller, in Tempelhof flog eine Telefonzelle in die Luft, in  der Neuköllner Hermannstraße brannte ein Auto aus. Nach dem Löschen fand die Polizei einen Böller auf der Rückbank, den Unbekannte offensichtlich durch eine offene Scheibe in den Wagen geworfen hatten. In der Ballinstraße in Britz brannte ein Lastwagen aus, nachdem Unbekannte eine brennende Matratze unter das Fahrzeug geschoben hatten.

Auch noch am gestrigen Neujahrsabend richteten Knallkörper Schäden an. So brannten gegen 17 Uhr auf einem Containerbahnhof in der Frankfurter Allee zwei Pkw und ein Kleintransporter.

Auf der Festmeile setzte der größere Andrang diesmal erst gegen 22 Uhr, ein - anders als in den vergangenen Jahren, als die Straße des 17. Juni früher voll war und die Eingänge geschlossen wurden. "Auch da dürfte das Wetter eine Rolle spielen", sagte der Polizeisprecher. Wer in diesem Jahr zur Party wollte, musste sich durch Schneematsch, Kälte und weiteren Schneefall hinkämpfen. Es wurde dann ja auch nicht so voll wie sonst. Die Zahl der Besucher blieb diesmal unter einer Million, der von den Veranstaltern angepeilten Marke.

Ob es auch am nicht gerade innovativen Musikprogramm unter anderem mit Jürgen Drews, Right Said Fred oder Captain Jack gelegen hat? Darüber lässt sich nur spekulieren - und wunderbar streiten. Viele unserer Leser jedenfalls kritisieren die Auswahl der "Stars" für die Silvesterparty am Brandenburger Tor (siehe dazu die Kommentare weiter unten auf dieser Seite). Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu die Kommentarfunktion etwas weiter unten.

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