Silvesterbilanz der BVG : „Man braucht schon starke Nerven"

Busse fahren in der Silvesternacht ohne Fahrgäste mitten durchs Straßenfeuerwerk. Muss das sein? Ein Interview mit BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Hübsch - und Wunderkerzen sind wenigstens ungefährlich. Das aber trifft nicht auf alles zu, was in der Silvesternacht so abgefeuert wird.
Hübsch - und Wunderkerzen sind wenigstens ungefährlich. Das aber trifft nicht auf alles zu, was in der Silvesternacht so...Foto: dpa

Wie ist denn die Silvesternacht aus Sicht der BVG gelaufen?

Erstaunlich ruhig für eine Millionenstadt wie Berlin – natürlich bis auf die schrecklichen Unfälle auf den U-Bahnlinien 5 und 6. Die beiden Fahrer liegen mit Schock im Krankenhaus. Ein paar Umleitungen wegen Bränden gab es, eine digitale Fahrplananzeige an der Potsdamer Straße wurde mit einem Böller zerstört. Auf der Tramlinie M5 haben sich Fahrgäste gekloppt, dabei wurde eine Tür beschädigt. Die Linie war aber nur 25 Minuten lang unterbrochen. In der Silvesternacht fuhren viele Busse und Bahnen nach 24 Uhr komplett leer oder mit wenigen Fahrgäste im Schritttempo durchs lodernde Feuerwerk und dicke Rauchschwaden. Muss das sein? Kann die BVG den Verkehr nicht einfach eine Stunde lang einstellen, bis das schlimmste Inferno vorüber ist?

Nein. Es gehört zum Selbstverständnis der BVG, Tag und Nacht zu fahren. Dafür lieben uns unsere Fahrgäste. Es gäbe einen Aufstand in der Stadt, wenn wir einfach so den Dienst einstellen würden und die Leute im Nieselregen warten ließen. Wir wollen ja auch wie versprochen einen Zehnminutentakt einhalten, das geht nur, wenn die Busse und Bahnen regulär nach Fahrplan weiterfahren. Natürlich klappt das mit dem Zehnminutentakt nicht immer, weil Leute auf der Straße stehen oder die Sicht durch Rauchschwaden behindert ist; die waren diesmal wegen des Nieselregens besonders dick.

BVG-Sprecherin Petra Reetz.
BVG-Sprecherin Petra Reetz.Foto: Imago

Weigern sich einige Bus- und Tramfahrer eigentlich, in der Silvesternacht Dienst zu schieben, besonders ab 24 Uhr?

Nein. Man braucht als Fahrer schon starke Nerven in der Silvesternacht. Viele Kollegen haben aber den Ehrgeiz, gerade auch in solchen Nächten die Leute nach Hause zu bringen. Im vergangenen Jahr gab es Fälle, dass Böller beim Einsteigen in die Busse geworfen wurden, in diesem Jahr haben unsere Fahrer so etwas zum Glück nicht berichtet.

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Die Ereignisse der Nacht können Sie hier in unserem Blog nachlesen - und hier steht, wie unter anderem die Bilanz von Feuerwehr und Polizei am Neujahrsmorgen ausfiel.

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