Berlin : Silvestermord: Ein Tourist filmte die tödlichen Messerstiche

Das neue Jahrtausend war gerade eine Minute alt, als der 21-jährige Daniel F. auf dem Kurfürstendamm in Höhe des Filmtheaters Marmorhaus unter Messerstichen zusammenbrach. Am Dienstag begann vor dem Landgericht der Prozess gegen die drei Männer im Alter von 20 bis 22 Jahren, die den Tod des aus Steglitz stammenden Mannes verursacht haben. Hauptangeklagter ist der 20 Jahre alte Liberianer Manolito M., der nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft damals mit dem Messer auf den Mann einstach, während seine Mittäter Mario L. (22) und Mattias Z. (21) das Opfer mit Schlägen und Tritten misshandelten. "Er hatte eine Flasche in der rechten Hand und schlug damit nach mir", verteidigte sich der wegen Totschlags angeklagte Manolito M. zum Prozessauftakt. Während er sich bei seiner polizeilichen Vernehmung und vor dem Untersuchungsrichter noch recht präzise an die Tat erinnern und sogar noch sagen konnte, wie wuchtig er die Stiche zum Oberkörper seines Opfers geführt hatte, fiel ihm beim gestrigen Prozessauftakt nicht einmal mehr ein, wie es überhaupt zur Auseinandersetzung zwischen ihm und seinen Freunden und dem Getöteten gekommen war.

Ein Videofilm, den ein süddeutscher Tourist gemacht hat, zeigt die Tat. Offensichtlich war dem Hobbyfilmer völlig entgangen, dass vor seinen Augen ein Mensch erstochen wurde. Seelenruhig filmte er die Schlägerei vor dem Silvesterfeuerwerk. Auf dem Video ist zu sehen, wie der später getötete Daniel F. anfängt und mit einer Sektflasche auf Manolito M. einschlägt. Bei der ausgiebigen Betrachtung des Videos ging es hauptsächlich darum festzustellen, bis zu welchem Zeitpunkt das spätere Opfer mit der Flasche nach den Angeklagten schlug. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

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