Silvesternacht 06/07 : Feuerwerk entzündet Dach von Klaus Wowereits Haus

Der Regierungschef musste in der Silvesternacht seine Wohnung verlassen. Feuerwerk entzündete den Dachstuhl am Ku’damm.

Jörn Hasselmann

Beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ist die private Silvesterfeier ausgefallen. Gegen 23.10 Uhr sah Wowereits Freund Jörn Kubicki aus dem Fenster der gemeinsamen Dachwohnung, dass Flammen aus dem Dachstuhl schlugen. Kubicki griff zum Telefonhörer und alarmierte die Feuerwehr, der Regierende Bürgermeister ging ins Treppenhaus und klingelte an den anderen Wohnungen. „Er sagte ’das Haus brennt’“, berichtete gestern Gerd Lütjen, der zwei Treppen unter Wowereit in dem Altbau am Kurfürstendamm wohnt. Sicherheitshalber rief Lütjen, der mit seiner Familie gerade das Schokoladenfondue erhitzen wollte, auch noch mal die Feuerwehr, dann nahm er seine Frau und eine Flasche Champagner und ging auf die Straße hinunter. Auch Wowereit und Kubicki verließen mit ihren Gästen die Wohnung, bis um 3 Uhr saßen sie dann beim Griechen an der Ecke bei einer Art Notfeier zusammen. Erst danach konnten sie in ihrem Dachgeschoss weiterfeiern, die Wohnung wurde weder durch Flammen noch durch Löschwasser beschädigt, „es ist noch einmal glimpflich ausgegangen“, sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer. Mit wem der Regierende in das Jahr 2007 feiern wollte, verriet Donnermeyer nicht. „Das ist privat.“ Und was macht er am Neujahrstag? „Da erholt er sich von dem Schrecken.“

Nach Angaben der Polizei wurde das Feuer, bei dem niemand verletzt wurde, durch einen Kracher ausgelöst. „Kein Vorsatz und kein Attentat“, sagte der Polizei-Einsatzleiter der Silvesternacht, Michael Krömer. Die Feuerwehr setzte sogar ihren 50-Meter-Teleskopmast ein, um die 20 Quadratmeter Dachstuhl zu löschen, das riesige Fahrzeug sei jedoch nicht wegen Wowereit eingesetzt worden, sondern um den Brandherd besser zu erreichen. Die Feuerwehr hat übrigens Erfahrungen mit Bränden bei Senats-Prominenz: Vor vier Jahren hatte es neben der Kreuzberger Wohnung des damaligen SPD-Senators Peter Strieder gebrannt. Ein 38-Jähriger war damals schwer verletzt worden.

Insgesamt hatte die Feuerwehr bei diesem Jahreswechsel deutlich mehr zu tun als im Vorjahr. Zwischen 19 Uhr und 3 Uhr früh gab es 1477 Einsätze, das sind fast 500 mehr. Spektakuläre Brände waren nicht dabei, an mehreren Stellen setzten Kracher oder Raketen jedoch Balkone, Wohnungen oder Treppenhäuser in Brand. In der Neuköllner Warthestraße flüchteten drei Erwachsene vor dem Rauch im Treppenhaus ins Dachgeschoss. Sie alle, darunter ein zwei Monate alter Säugling, kamen mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Auch die Polizei hatte wesentlich mehr Arbeit, das lag wohl vor allem am besseren Wetter, sagte Polizeidirektor Michael Krömer. Während die Funkstreifen vor einem Jahr 1671 Einsätze fuhren, waren es in dieser Silvesternacht 2203. „Es waren mehr Menschen länger auf der Straße“, sagte Krömer.

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