Berlin : Sind die Strafen angemessen?

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1750 Euro Geldstrafe für das Totfahren einer Frau – da ist ja manche Beleidigung teurer. Stört das nicht Ihr Gerechtigkeitsempfinden?

Die richterliche Unabhängigkeit verbietet es, dass ich das Urteil kommentiere. Das Gesetz sieht aber für die fahrlässige Tötung eines Menschen neben Freiheitsstrafe auch Geldstrafe vor. Das ist auch richtig so. Denn Sie dürfen nicht vergessen, dass der Tod eines Menschen auch die Folge nur leichtester Fahrlässigkeit sein kann. Dass hier nicht die gleiche Strafe angemessen ist wie bei einem Täter, der gezielt und geplant einen Menschen tötet, liegt auf der Hand.

Sollten Richter härter urteilen?

Richter haben den Auftrag, tat- und schuldangemessene Strafen zu verhängen. Das darf man nie aus den Augen verlieren. Natürlich müssen schwere Straftaten auch streng bestraft werden. Davor steht aber immer die Frage, ob die einem Menschen zur Last gelegte Tat wirklich schwer wiegt.

Die Strafen für Vermögensdelikte sind immer noch höher als für manche Gewalttaten.

Das stimmt so nicht. Die Strafrahmen für Körperverletzungsdelikte sind durch die Reform von 1998 deutlich verschärft worden. Seither werden Vermögensdelikte in Deutschland nicht mehr strenger bestraft als Gewaltdelikte.

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