Sinkende Wasserqualität : Fäkalien-Teppich treibt weiter auf der Havel
02.08.2012 18:12 UhrDie letzten Ferientage stehen an, die Sonne brennt, die Wassertemperaturen liegen bei 22 Grad. Eigentlich ideal für ein erfrischendes Bad in der Havel – wäre da nicht die Warnung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso). Das warnt ausdrücklich vor der Benutzung der sechs Badestellen an der Unterhavel. Am Dienstag war bei einer Routinekontrolle vor Schildhorn ein auf dem Wasser treibender Teppich aus Fäkalien und Hygieneartikeln entdeckt worden.
In den gestern ausgewerteten Proben, die am Grunewaldturm, am Breitehorn und an der Kleinen Badewiese in Gatow entnommen wurden, befanden sich jeweils mehr als 2000 Kolibakterien pro 100 Milliliter.
Der Grenzwert liegt bei 1800, normal sind 15 bis 30. Vor dem Baden hier sowie an der Lieper Bucht, der Radfahrerwiese in Zehlendorf und an der Großen Steinlake wird gewarnt. Heute werden neue Proben genommen, deren Ergebnis erst am Montag vorliegen wird, so Lageso-Sprecherin Silvia Kostner.
Beim Landesamt vermutet man, dass es sich um den illegal entsorgten Inhalt einer Schiffstoilette handelt. Nach dem Verursacher wird allerdings bisher nicht gefahndet. Denn: Der Polizei liegt bisher keine Anzeige vor. Das sei Sache des Gesundheitsamtes Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte Kostner. Dort wiederum verwies man auf die Zuständigkeit des Umweltamtes – das aber noch gar nicht informiert worden sei.
Die Verunreinigung trifft den Bereich, der ohnehin über die schlechteste Badewasserqualität Berlins verfügt. Während alle anderen Badestellen nach den EU-Richtlinien als „ausgezeichnet“ eingestuft wurden, schaffte Breitehorn nur ein „gut“, Grunewaldturm ein „befriedigend“ und an der mit „mangelhaft“ bewerteten Kleinen Badewiese wird generell vor dem Gang ins Wasser gewarnt.



















