Ski- und Erlebnishalle : Ab auf die Piste - nach Mariendorf

Voraussichtlich ab Herbst 2009 können Berliner auch in der Hauptstadt auf die Piste gehen. Ein Investor hat Pläne für die Skihalle "Polaris“ vorgestellt. Das Schneevergnügen macht allerdings nur ein Drittel der Fläche aus, der Rest wird zum Wasserpark.

Matthias Jekosch
Skihalle Senftenberg
Das Vorbild der geplanten Skihalle steht in Senftenberg. -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Wenn es nach den Plänen der Firma Polaris Development geht, sollte der Erlebnisspark in  Mariendorf im Herbst 2009 fertig gestellt werden. Denn bis dahin soll die Skihalle "Polaris“ gebaut und einsatzbereit sein. Hinzu kommen laut Konzept noch ein großer Wasserpark mit Saunabereich und eine knapp 8000 Quadratmeter große Fläche mit Varieté, Erlebnisgastronomie und Lokalen fürs Après-Ski.

Bisher noch unbekannt: die Wechselwirkung zwischen Skihalle und Wasserpark

"Das ist der Spaß an der Skihalle: zu sehen, wie die anderen auf die Nase fallen“, findet Michael Wyrichs, Geschäftsführer bei Polaris. Weil erfahrungsgemäß nur 40 bis 50 Prozent der Besucher zum Skifahren kommen, wird dem "Central Plaza“ genannten Erlebnisbereich eine besondere Bedeutung zugemessen. Er wird von dem Unternehmen Eon Facility Management betrieben, das bereits alle Flächen verpachtet hat. Eine große Unbekannte gibt es allerdings: "Wir kennen noch nicht die Wechselwirkung zwischen Skihalle und Wasserpark“, so Wyrichs. In der einen Halle sollen bis zu 1,5 Millionen Skifahrer im Jahr den Kunstschnee auf der 300 Meter langen Piste durchpflügen. Auf den Wärmebänken der Saunalandschaft und in den Becken des Wasserparks werden noch einmal bis zu einer Million Gäste erwartet. Insgesamt würden bis zu 700 feste Stellen geschaffen und bis zu 300 Teilzeitkräfte eingestellt. Polaris Development entwickelt das Projekt, die 150 Millionen Euro dafür sollen von einem englischen Investor kommen.

Umweltfreundlich durch Energieaustausch der beiden Hallen

Die Halle soll auf dem ehemaligen Produktionsgelände der Firma Schindler an der Ringstraße in Mariendorf entstehen. Auch ehemalige Gebäude der Gasag sollen einbezogen werden. Das Grundstück wäre dann 228.000 Quadratmeter groß und würde Parkplätze für 1.000 Autos bieten. "Das Bezirksamt begrüßt das Vorhaben“, sagt Bernd Krömer, CDU-Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg. Gesundheitsstadträtin Sibyll Klotz (Grüne) fragt sich allerdings, ob der enorm hohe Energieaufwand für so eine Halle vertretbar ist. "Die Energie für Kühlung und Erwärmung sollen jeweils für den anderen Bereich genutzt werden“, sagt Siegmund Kroll, Leiter des Stadtplanungsamtes. Dadurch wäre die Energiebilanz nach Angaben von Polaris ausgeglichen. Auch dem Verkehrskonzept steht Klotz skeptisch gegenüber. Erste Verkehrsgutachten hätten gezeigt, dass mit geringfügigen Änderungen in der Ampelschaltung und Fahrbahnmarkierungen der Verkehr bewältigt werden könnte. Gewissheit bringe aber erst das Verfahren für den Bebauungsplan, das eingeleitet ist, sich aber noch mindestens ein Jahr hinziehen werde. Am 7. November sollen die Bürger bei einer Veranstaltung auf dem Gelände der Firma Schindler darüber informiert werden.

Die Betreiber der Lausitzer Halle "Snowtropolis“ haben ihr Vorhaben durch die Mariendorfer Pläne auf Eis gelegt. Sie planten eine Skihalle in Adlershof. "Im Moment ruht das alles“, sagt Andreas Kaiser von "Snowtropolis“. Es gebe noch keinen Ort, die Gutachten liefen noch. Auch in Adlershof ist eine 300 Meter lange Piste geplant, dazu ein Tagungshotel und "Erlebnisgastronomie“. Doch zwei Skianlagen in Berlin wird es nicht geben, da ist sich Kaiser sicher: "Wer soll das bezahlen?“

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