Berlin : So billig wie nie: Der Winterschlussverkauf beginnt

Preissturz-Rabatte bis zu 70 Prozent sollen die Kunden wieder in die Kaufhäuser locken. Der Einzelhandel macht sich weiter stark für den WSV

Tanja Buntrock

Alles muss raus, fast alles ist reduziert. Heute beginnt der Winterschlussverkauf (WSV). Bis zum 8. Februar können die Kunden in den Kaufhäusern, Boutiquen und Läden teilweise Preissturz-Rabatte von bis zu 70 Prozent erwarten.

Doch auch schon vor dem Beginn des offiziellen Schlussverkaufs lockten die Einzelhändler mit massenweise herabgesetzten Waren die Leute an die Verkaufstische. Und wenn die Kunden auf dem Preisschild auch noch ein Sternchen anlächelt – wie bei Wertheim – dann gibt es zusätzlich 30 Prozent Preisnachlass. Bei Peek & Cloppenburg (P&C) beispielsweise gab’s schon am Sonnabend Cashmere-Pullover für 119 Euro: um 100 Euro herabgesetzt. Das KaDeWe pries bereits unter anderem Herrenhemden, Krawatten und Unterwäsche für fast nur noch die Hälfte an.

Heute soll noch einmal der Rotstift gezückt werden. Extra für den WSV öffnen viele Kaufhäuser heute früher. Der Kaufhof am Alex lässt die Kunden beispielsweise schon von 8 Uhr an nach Sonderangeboten jagen. Wer bis 10 Uhr kommt, erhält zusätzlich einen Rabatt von zehn Prozent. Darüber können sich auch die Karstadt-Kunden am Hermannplatz freuen – und über ein Frühstück für einen Euro.

Für die Kunden wird dieser WSV so günstig wie nie sein, bestätigt Jan Holzweißig vom Berliner Einzelhandelsverband. Die Lager der Händler seien voll, denn der Verkauf der vergangenen Saison lief schleppend. Die Gründe sind bekannt: Die Teuro-Debatte, die schlechte Konjunkturlage, die Sorge um die private Altersvorsorge und „die schlechte Stimmung insgesamt“, sagt Holzweißig. Die Händler hätten schon deshalb weit vor dem WSV ihre Waren stark reduziert. „Die Preise sind derzeit eindeutig zu niedrig, die Geschäftsleute machen keinen Gewinn“, sagt Holzweißig. Dass die Preise so im Keller sind, sei fatal. Denn auf lange Sicht profitierten die Kunden nicht davon. „Mittelfristig werden immer mehr Geschäfte eingehen, die Konkurrenz geringer, und dadurch steigen dann am Ende wieder die Preise für die Kunden.“

Auch beim WSV 2003 erwartet der Einzelhandelsverband einen Andrang wie im Vorjahr, auch die Umsätze werden ähnlich geschätzt wie beim vergangenen WSV. Entgegen der Planung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die überlegt das ganze Jahr über Schlussverkäufe zu erlauben, verteidigt Holzweißig die traditionelle Variante. „Der Schlussverkauf macht noch Sinn, die Händler sind darauf angewiesen, die Lager leer zu bekommen.“ Vor allem mittelständische Unternehmen könnten sich keine Sonder-Kampagnen das ganze Jahr über leisten.

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