Berlin : So ein Schuft

Ariane Bemmer

findet Blaulicht am Rad viel zu gut für einen Streich Man weiß in dieser Stadt wirklich nie, was man glauben soll. Es gibt Landesseilbahngesetze, Künstler werfen mit toten Kühen, und die Hausnummerierungen folgen keinem System. Also wundert man sich auch nicht, wenn ein Polizist auf dem Fahrrad Streife fährt und an seinem Lenkrad Blaulicht und Sirene befestigt hat. Da denkt man: Alle Achtung, da hat die Polizei aber schnell auf die Spritpreisentwicklung reagiert. Aber: reingefallen!

Der blaulichternde Fahrrad-Polizist war ein Straftäter auf Freigang, der in der ganzen Stadt unerlaubte Amtshandlungen vornahm. Er kontrollierte Fahrzeugpapiere, kassierte Geldbußen, nahm einer Vietnamesin drei Stangen Zigaretten ab. Einige der Kontrollierten wehrten sich gegen die Strafmaßnahmen, dann beließ er es bei Verwarnungen. So hätte es der falsche Polizist in dieser Stadt, in der sich kaum jemand über irgendetwas wundert, noch Jahre weitermachen können, am Ende wäre er vielleicht Polizeichef geworden. Aber dann kontrollierte er ein Fahrzeug mit Zivilpolizisten. Jetzt sitzt er wieder. Und die gute Idee mit dem Blaulicht- und Sirenenfahrrad ist verbrannt. Was für ein gewissenloser Schuft!

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