Berlin : So entsteht Hass

Was unsere Leser zum Thema sagen

Dieter Scholz[Steglitz]

So wie wir von allen demokratischen Deutschen erwarten, dass sie sich gegen Nazis zur Wehr setzen, erwarten wir von den anständigen „Türken“, dass sie die Gesellschaft vor den kriminellen „Türken“ aktiv schützen, sie identifizieren und die Polizei bei ihrer Arbeit unterstützen und sie nicht erschweren. Durch Duldung krimineller Handlungen machen sie sich zu Mitwissern und letztlich zu Mittätern.

Umgangsformen sind von Kultur zu Kultur unterschiedlich. Ich kann unhöfliches, grobes, lautes, auffälliges und großkotziges Verhalten nicht ertragen. So meide ich manche Gegenden. Meine Zuneigung zu Berlin ist deshalb immer geringer geworden. Eva-Maria Beier, Tegel

Wir finden, dass manchmal mit der Ausländerfeindlichkeit übertrieben wird. Es gibt immer wieder Probleme in manchen Bezirken. Aber man sollte die Vorurteile auf beiden Seiten unterlassen, damit es nicht zu Auseinandersetzungen zwischen Ausländern und Deutschen oder der Polizei kommt. Man sollte keine ausländerfeindlichen Polizisten einstellen, um Auseinandersetzungen zu vermeiden. Dominic und Philipp, 8c, Lessing-Gymnasium (Mitte)

Es ist kein Wunder, dass die Ausländer sich angegriffen fühlen und so reagieren. Die deutschen Polizisten sind sehr oft rassistisch und provozierend gegenüber Jugendlichen. Ich wohne selber im Wedding und kenne mich hier sehr gut aus. Dieser Hass gegen Polizisten ist hier völlig normal. Ich möchte später bei der Kripo arbeiten, denn ich weiß, wie es ist, in einem sogenannten Ghetto zu leben und möchte mich für die Jugendlichen einsetzen. Fulya, 11a, Lessing-Gymnasium

Wir sind kurdischer und pakistanischer Herkunft. Wir wissen genau, wie es ist, auf der Straße zu sein. Wir haben es auch erlebt: Im Sommer hielten uns Polizisten auf der Fanmeile an, bedrohten uns und nannten uns „scheiß Ausländer“. Und das nur, weil wir angeblich verdächtig aussehen. So entsteht Hass auf die Polizisten.

Güneg, Jamal, 8c, Lessing-Gymnasium

Es ist schon verwunderlich, dass der Bezirksbürgermeister von Kreuzberg-Friedrichshain sich nicht an die Seite der bedrängten und bedrohten Beamten stellt, sondern, in hilfloser Manier, mehr „türkischsprechende Beamte bei Feuerwehr und Polizei“ fordert.

Siegfried Buck, Grunewald

Jetzt reicht es aber. Wie kann ein Bezirksbürgermeister fordern, dass bei Polizeieinsätzen mindestens ein Beamter mit Migrationshintergrund beteiligt sein muss? Wer in Deutschland lebt, hat mit deutscher Polizei, dem deutschen Rechtsstaat und mit deutscher Justiz zu tun. Punkt. Bernd Wegner, Treptow

Ein Leser hat Sozialarbeiter und Streetworker als „hauptamtliche Frustrationspfleger“ und „Gutmenschen“ bezeichnet, deren Finanzierung überflüssig sei. Damit werden tausende Menschen beleidigt, die täglich gegen Missstände der Gesellschaft ankämpfen und sich um die kümmern, die von anderen längst abgeschrieben wurden. Sascha Friedrich, Wedding

Die Aussage „Mulitkulti ist gescheitert“ ist bequem, dumm und ignorant. Multikulti ist eine nicht umzukehrende Realität dieser Stadt. Die Mehrheit der zugewanderten Menschen ist in hohem Maß integrationsbereit. Die positiven Seiten der Zuwanderung werden öffentlich kaum wahrgenommen. Der „Kampf um die Straße“ zeigt jedoch den Widerspruch zwischen Zuwanderung und mangelnder sozialer Integration der jungen Generation. Barbara Rolfes-Poness, Kreuzberg

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