Berlin : So hilft Berlin den Kindern von Beslan

Mit den Spenden werden auch Psychologen finanziert. Gasteltern-Aktion läuft

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Beslan – der Ortsname ist untrennbar verbunden mit der schrecklichen Geiselnahme in der Schule in Nordossetien. Über 340 Menschen wurden Anfang September getötet, mehr als 560 Kinder und Erwachsene verletzt. Die Wohlfahrtsverbände in Berlin haben nach dem Terroranschlag spontan Hilfsaktionen gestartet, auch Schulen und Privatpersonen begründeten eigene Spendeninitiativen. Nun hat der Paritätische Wohlfahrtsverband die Bilanz seiner Hilfe gezogen: Dank der Spenden von Berlinern, darunter viele TagesspiegelLeser, können in Nordossetien jetzt eine Psychologin und ein Jurist zur Betreuung traumatisierter Opfer und ihrer Angehörigen ein Jahr lang finanziert werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dank der Unterstützung der Berliner in Beslan helfen können“, sagte die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Berlin, Barbara John. Über den Verein Deutsch-Russischer Austausch gebe es intensive Kontakte zu Menschenrechtsorganisationen im Nordkaukasus. Die neue Beratungsstelle zur unentgeltlichen juristischen und psychologischen Betreuung der Terroropfer soll Anfang November eröffnet werden. Möglich wird dies durch die 6200 Euro Spendengelder aus Berlin – der Paritätische Wohlfahrtsverband stockte die Summe auf 8000 Euro auf.

Es gibt viele weitere Hilfen für Opfer und Hinterbliebene in Beslan – dort endete Mitte Oktober die rituelle 40-tägige Trauerzeit nach orthodoxem Brauch. So kamen 90 000 Euro über die Hilfsaktion „Kinder von Beslan“ der Diakonie Berlin-Brandenburg zusammen. Medizinisches Material und chirurgische Spezialausstattung im Wert von 44 000 Euro wurden bereits geliefert. Das Rote Kreuz hatte schon wenige Tage nach dem Anschlag von Schönefeld aus ein Flugzeug mit Hilfsgütern in den Kaukasus geschickt. Tagesspiegel-Leserin Jaqueline Boy aus Zehlendorf stemmte eine private Spendenaktion mit Containern voller Kuscheltiere und Spielzeug.

Viele Berliner Krankenhäuser stehen bereit, Betroffene kostenlos behandeln zu lassen. Um Kinder und ihre Angehörigen unterzubringen, hat die CDU unter Schirmherrschaft ihres Landeschefs Joachim Zeller gemeinsam mit dem Unionhilfswerk eine Gasteltern-Rufnummer (32 69 04 11) geschaltet. 80 potenzielle Gastfamilien stehen schon bereit. kög

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