So SIEHT’S aus : Öko in Schwarz

Zwischen Grünzeug. Die Professorin Friederike von Wedel-Parlow. Foto: promo
Zwischen Grünzeug. Die Professorin Friederike von Wedel-Parlow. Foto: promo

Wie stellt man sich eine Professorin für nachhaltige Mode vor? Friederike von Wedel-Parlow sieht nicht aus wie eine wandelnde moralische Instanz, sie trägt Schwarz von Kopf bis Fuß. Es ist schwer zu erklären, dass das ökologisch in Ordnung sein soll, vor ein paar Jahren war es das auch nicht. „Aber heute kann man sogar ökologisch völlig unbedenklich in Neonfarben drucken. Man sieht heute nicht mehr von außen, was öko ist“, sagt von Wedel-Parlow. Die Textilindustrie mache da gerade enorme Fortschritte. Seitdem sie nicht mehr Designerin, sondern Professorin ist, muss sie sowieso viel mehr über ihre und die Kleidung anderer reden, ständig wird sie dazu gefragt.

Darum geht es ja auch in ihrem neuen Beruf. Sie bildet Leute aus, die wissen wollen, wer, wo, unter welchen Bedingungen mit welchen Materialien Kleidung herstellt. Heute trägt sie ein Kleid von Esther Perbandt – einer Berliner Designerin. „Die versucht alles richtig zu machen, ich unterstütze sie dabei.“

Das mit den „Local Heros“ nimmt die Professorin ernst – lange in eigener Sache. Bis 2009 hatte sie selbst ein Label. „Ich habe nur meine Kleider getragen, und mein Schrank ist immer noch voll damit.“ Bei H&M kann sie nicht mehr einkaufen. Überhaupt glaubt sie, dass das Modesystem dringend verändert werden muss: Es gibt einfach zu viel von allem. „Noch zehn Jahre, dann fährt das Ganze gegen die Wand. Die Rohstoffe werden knapp, die Produktion in China wird teuer, dann wird man sich billige Kleidung nicht mehr leisten können.“ gth

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