Berlin : So sollen Haarwuchsmittel wirken

Björn Rosen

Das Beispiel: Priorin, laut Marktforscher IMS meistverkauftes Präparat seiner Art.

Jedes Haar auf unserem Kopf wächst alle 24 Stunden um etwa 0,3 Millimeter. Bei vielen Menschen ist das Haarwachstum aber gestört. Auch bei Frauen. Für sie gibt es Mittel wie Priorin. In jeder Kapsel sind drei natürliche Bestandteile enthalten: sehr viel Weizenkeimöl, ein mineral- und vitaminreicher Hirseextrakt, außerdem eine kleine Menge der schwefelhaltigen Aminosäure L-Cystin. Zusätzlich ist synthetisch nachgebildete Pantothensäure beigemischt, also Vitamin B5. Dieser Komplex aus Mikronährstoffen soll Wachstum und Gesundheit der Haare anregen und unterstützen.

Haarausfall bei Frauen kann viele Ursachen haben. Oft ist er erblich bedingt. Dann reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf Dihydrotestosteron (DHT), ein männliches Hormon, das in kleiner Menge auch in jedem weiblichen Körper vorkommt. Diese Überempfindlichkeit heißt androgenetische Alopezie. Sie kann ab 30 auftreten. Der Hormonspiegel der Betroffenen unterscheidet sich meist nicht von dem anderer Frauen.

Am unteren Ende jedes Haars befindet sich eine Wurzel, aus der die Haare entstehen. Sie ist mit den Blutgefäßen verbunden, durch die wichtige Stoffe herantransportiert werden, ohne die das Haar nicht gebildet werden und nicht wachsen kann. Unter dem Einfluss von DHT, das ebenfalls im Blut zirkuliert, bilden sich die Wurzeln zurück, dann auch die Blutgefäße. Das Haar kann nun nicht mehr optimal versorgt werden, es fällt verfrüht aus und bildet nur noch einen Flaum.

Priorin behebt zwar nicht die Ursache des Haarausfalls, greift also nicht in den Hormonhaushalt ein und kann auch keine zusätzlichen Blutgefäße schaffen. Aber es erhöht die Konzentration von Nährstoffen im Blut, die für das Haar wichtig sind. Die Silizium-Verbindungen des Hirseextrakts helfen zum Beispiel, die Struktur der Haare zu bilden. Pantothensäure unterstützt die Energieversorgung der Zellen. Und L-Cystin wird als Baustein direkt in das Haar eingearbeitet. Schon nach wenigen Monaten soll sich das Haarwachstum steigern. Mediziner bewerten solche Mittel aber skeptisch: „Es gibt zu frei verkäuflichen Mitteln bisher keine verlässlichen Studien“, sagt Elisabeth Rowe vom Dermatologischen Zentrum Berlin. Besser: zum Hautarzt gehen und sich dort beraten lassen. Oder: damit abfinden.

Priorin (30 Kapseln) kostet ca. 13 Euro. Oder: Gabunat (30 Kapseln, 12 Euro), Medobiotin (90 Tabletten, 20 Euro).

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