Berlin : So weit die High Heels tragen

Premiere fürs Publikum: Cameron Diaz und Toni Collette reisten zur Aufführung ihres neuen Films „In den Schuhen meiner Schwester“ an

Andreas Conrad

Der Inbegriff der Langeweile? Nun, vielleicht ein Film über zwei Blondinen: Kein Gegensatz, keine Dramatik. Gewiss, „Gentlemen Prefer Blondes“, aber selbst einer Marilyn Monroe wurde als Kontrastmittel die brünette Jane Russell zur Seite gestellt. Oder jetzt dem sehr blonden Glamourgirl Cameron Diaz die herbe, wiederum brünette Australierin Toni Collette in der Komödie „In den Schuhen meiner Schwester“.

Obwohl, bei den Zaungästen und Besuchern der Premiere des Films gestern Abend im Cinestar am Potsdamer Platz dürften die beiden Filmschwestern bezüglich natürlicher Haarfarbe einige Irritationen ausgelöst haben: Cameron Diaz natürlich blond wie immer, Toni Collette aber hatte ihre Filmhaarfarbe aufgegeben und sich der Kollegin angepasst, ein Chamäleon unter den Schauspielerinnen, hat sie doch eigentlich schon mit nahezu jeder denkbaren Colorierung gespielt – nur ihr Coiffeur wird noch wissen, in welchem Farbtopf sich das Original verbirgt.

Cameron Diaz war in Berlin zuletzt vor gut zwei Jahren zur Premiere von „Drei Engel für Charlie“ zu besichtigen, das war noch eine klassische Gala allein mit geladenen Gästen, samt aufwendiger Filmparty in der Kongresshalle im Tiergarten. Diesmal ging es demokratischer zu: Auch zahlendes Publikum war zu der längst ausverkauften Premiere zugelassen, im Vorfeld mit Champagnerparty und Fingerfood für alle. Erst nach dem Film spaltete sich die Gesellschaft wieder auf, zogen die einen nach Hause oder in die umliegenden Lokale, während ein ausgewählter Kreis sich zum After-Show-Empfang im China Club des Adlon einfinden durfte.

Dem obligatorischen Medienrummel hatten sich die beiden Schauspielerinnen schon am Nachmittag in einer Pressekonferenz im Regent Hotel am Gendarmenmarkt gestellt – beide entspannt und in prima Laune, wetteifernd, wer das strahlendste Lächeln, die weißesten Zähne zu bieten habe. „Ich lebe nicht auf großem Fuß, sondern auf hohen Hacken“, war Cameron Diaz schon im Vorfeld in der Werbung zum Film zitiert worden, ein offenbar für diesen Zweck zurecht gedrechseltes Bekenntnis. Gestern jedenfalls gestand sie, ihr Geld statt in Schuhe lieber in Reisen und Essen zu investieren, bekundete zudem eine Vorliebe für bequeme Flipflops und kam zur Pressekonferenz in flachen Tretern – hierin dann doch der Gegenpart zu Toni Collette, die anders als ihr Film-Aschenputtel Rose High Heels nicht nur im Schrank aufbewahrt, sondern auch trägt.

Erfahrungen mit Geschwistern, die sich unerlaubt ihr Schuhwerk ausleihen, konnte sie übrigens nicht in den Film einbringen: „Ich habe keine Schwester – und meine beiden Brüder tragen keine High Heels.“ Ihre privaten Voraussetzungen, die ihr bei dem Film um ein ungleiches Schwesternpaar halfen, waren mehr allgemeiner, familiärer Natur, während Cameron Diaz ihrer älteren Schwester „terrible things“ angetan haben will: „Ich hoffe, sie vergibt mir.“ Konkreter wurde sie nicht, auch der Frage nach ihrem Herzbuben Justin Timberlake wich sie geschickt aus. Sie ist ja kein Dummchen.

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