Berlin : So weit die High Heels tragen

Premiere fürs Publikum: Cameron Diaz und Toni Collette reisten zur Aufführung ihres neuen Films „In den Schuhen meiner Schwester“ an

Andreas Conrad

Die Musik zum Film, in dem Schuhe titelstiftend sind, lässt sich ganz einfach zusammensuchen. Sofort fallen einem Stücke wie „Blue Suede Shoes“ oder „These Boots Are Made For Walking“ ein, auch lässt sich in den Dialog hier und dort ein zwangloses „Schuhbidu“ einflechten. Es gehört zu den erstaunlichen Aspekten des an diesem Freitag mit einer Premiere am Potsdamer Platz gestarteten Films „In den Schuhen meiner Schwester“, dass all diese Chancen nicht genutzt wurden. Kein Schuh-Werk ziert die Songliste, obwohl doch das Werbematerial von Zitaten von Schuh-Fetischistinnen nur so wimmelt – von Celine Dion („Ich rauche nicht, trinke nicht, gehe nicht aus. Aber ich liebe es, Schuhe zu kaufen. 500 Paare habe ich schon“) über Bette Midler („Gib einem Mädchen die richtigen Schuhe und sie wird die Welt erobern“) bis zu Imelda Marcos („Es stimmt nicht, dass ich 3000 Paar Schuhe hatte, ich hatte nur 1060“).

Von Cameron Diaz, dem ersten Star des gestrigen Abends, wird das Bonmot überliefert, sie lebe „nicht auf großem Fuß, sondern auf hohen Hacken“, aber das ist wohl nur ein für den Film gedrechseltes Bekenntnis, hat sie doch unlängst der Zeitschrift „TV-Spielfilm“ verraten, sie kaufe zwar ständig neue Schuhe, aber „nicht immer, um sie zu tragen“, sondern „um sie zu haben und anzuschauen“. Privat bevorzuge sie Flipflops oder laufe barfuß herum.

Damit war gestern nicht zu rechnen. Auch wenn es ein milder Novemberstart ist – es bleibt doch November, was die Auswahl des Schuhwerks für Cameron Diaz und ihre Filmschwester Toni Collette, den zweiten Stargast des Premierenabends, doch einschränkte. Gestern Nachmittag stand für die beiden Schauspielerinnen – ohne ihren avisierten Regisseur Curtis Hanson (für „L.A. Confidential“) – eine Pressekonferenz im Regent Hotel am Gendarmenmarkt auf dem Programm, die Premiere war erst für den späteren Abend vorgesehen.

Anders als üblich war diesmal keine Gala nur mit geladenen Gästen vorgesehen, denen das Fußvolk der normalen Kinogänger dann lediglich zuwinken durfte. Es war eine Publikumspremiere, wohl auch mit der gewohnten Staffage der Pflichtprominenz, doch dazu auch zugänglich für Kinofreunde mit Kaufkarten, die schon weit im Vorfeld weg waren.Unten im Foyer erwartete Prominente wie Namenlose ein Champagnercocktail mit Fingerfood, Letzteres durch den Film inspiriert, als da waren gebackene Plantain mit Chicken-Okra Dip oder Hackfleischbällchen mit Datteln, Koriander, Mango und Marzipan, samt fruchtigem Chili-Paprika-Dip.

Offiziell kommt der Film am 10. November in die Kinos, schon am heutigen Sonnabend gibt es aber bundesweit Charity-Previews, organisiert vom Verleih Twentieth Century Fox und dem ZDF, wo die beiden Schauspielerinnen heute in Thomas Gottschalks „Wetten, dass..?“-Sendung auftreten. Von jeder verkauften Eintrittskarte gehen zwei Euro an die „Aktion Mensch“. Berlin ist mit 16 Kinos dabei, die Liste der Häuser findet man im Internet unter www.WettenDass.zdf.de.

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